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| 02:44 Uhr

Denkanstöße mit der Nähmaschine

Zur Vernissage ihrer Ausstellung hatte Textilkünstlerin Brigitte Kopp (links) viele Fragen der interessierten Besucher zu beantworten.
Zur Vernissage ihrer Ausstellung hatte Textilkünstlerin Brigitte Kopp (links) viele Fragen der interessierten Besucher zu beantworten. FOTO: bkh1
Luckau. Was dem Karikaturisten der Zeichenstift und dem Maler der Pinsel ist für Brigitte Kopp die Nähmaschine – ein Werkzeug mit dem sie Kunstwerke schafft. Ihr Material ist Stoff. bkh1

Was dem Karikaturisten der Zeichenstift und dem Maler der Pinsel ist für Brigitte Kopp die Nähmaschine - ein Werkzeug mit dem sie Kunstwerke schafft. Ihr Material ist Stoff. Seide, Leinen, Baumwolle, auch Latex fügt sie aneinander, formt sie oder zeichnet mit unendlich vielen Stichen filigrane Bilder darauf. 16 dieser außergewöhnlichen und zumeist großformatigen Arbeiten sind seit Sonntag im Niederlausitz-Museum in Luckau zu betrachten.

"Zwei Herzen hab ich…" - so hat sie ihre Ausstellung betitelt. "Eins schlägt für die konkrete Zeichnung, das andere fürs Abstrakte", sagt die Künstlerin, die an der Berliner Hochschule der Künste Kunst und Musik studiert hat. Vor zehn Jahren zog sie nach Schiebsdorf in der Gemeinde Kasel-Golzig und begann sich dort intensiv mit der Textilgestaltung zu befassen. Gezeigt hat sie die Ergebnisse ihrer künstlerischen Arbeit bisher hauptsächlich in anderen europäischen Ländern, in den USA und China und errang bereits eine Reihe internationaler Preise. Die Luckauer Exposition ist ihre erste Solo-Ausstellung in Deutschland.

"Ich beobachte meine Umwelt und das Weltgeschehen und gebe dazu meine Kommentare ab. Sie sind wie ein Spiegel, den ich vorhalte, um zum Nachdenken anzuregen", sagt Brigitte Kopp. Sie widmet sich politischen Themen ebenso wie Frauen, Umwelt, Zwischenmenschlichem dem Unbekannten. Eine Skulptur zeigt, wie sie sich die andere Seite eines schwarzen Loches vorstellt. Ein anderes thematisiert die Zerstörung des Weltkulturerbes in Palmyra. Filigran gearbeitete Gesichter spiegeln Angst und Ärger wider. "Es ist erstaunlich, wie sie mit ihrer kleinen Nähmaschine diese filigranen Geschichten herausarbeiten kann und wieviel Ausdruck sie auf kleinstem Raum hineinbringt", ist Rosemarie Hey beeindruckt.

Die Sonderausstellung mit den textilen Collagen und Skulpturen von Brigitte Kopp ist bis zum 17. April im Niederlausitz-Museum Luckau zu sehen.