Der 23-jährige Sebastian Biele, Student für Ökologie und Umweltschutz an der Hochschule Zittau/Görlitz, stellte seine Diplomarbeit vor. Er hatte die Vorkommen der Brutvögel in der Bergbaufolgelandschaft von Schlabendorf-Süd und -Nord untersucht.
Stützen konnte sich Biele dabei auch auf die langjährigen Studien der Arbeitsgemeinschaft, denn in seinen eigenen Beobachtungen im Zeitraum von nur zwei Monaten des Sommers 2004 lasse sich keine konkrete Aussage über die Besiedelung der unterschiedlichen Flächen in der neu entstehenden Landschaft nach dem Tagebau treffen.
„Ich weiß, dass meine Untersuchungen nur ein kleiner Augenblick in der Entwicklung der Fauna und Flora sind“ , gibt Sebastian Biele zu. Alles in der Natur brauche Zeit. Die Populationen von Brutpaaren, wie es sie vor der Kohle gab, existieren nicht mehr. Dafür erobern sich andere Arten wie Goldammern und Lerchen den ehemaligen Tagebau.
Die Sing- und Wasservögel brauchen bestimmte Lebensräume. Die einen freie Flächen, die andern Unterholz oder Bruthöhlen. Noch ist nicht alles da. Darum könne der Mensch ein wenig nachhelfen, indem er Hecken pflanzt oder Totholz aufstapelt, damit sich darin Kleintiere, Vögel und Insekten Wohnungen bauen können.

Geschützte Arten gesichtet
Wer sich nun im Einzelnen in der einmaligen Landschaft rund um den Schlabendorfer See eingerichtet hat, wurde von dem Studenten in akribischen Aufzeichnungen festgehalten. „Vor allem am Morgen und in den Abendstunden war die beste Beobachtungszeit“ , so der Naturfreund.
So konnte er auch Arten, die auf der Roten Liste und der Vogelschutzliste stehen, im Revier ausmachen. Rothals- und Zwergtaucher sowie die Grauammer haben ihren neuen Lebensraum in Besitz genommen. „Die Vögel finden gute Bedingungen vor“ , sagt Biele.
Nun müssen noch Wiedehopf oder Graukehlchen ihr festes Revier finden, um dann in Ruhe brüten zu können. Die weitere Entwicklung der Besiedelung durch verschiedene Tierarten müsse aber jährlich dokumentiert werden, um aussagekräftig zu sein, so der angehende Diplom-Umweltschützer.

Was man noch tun könnte
Dank der guten Arbeit der Mitarbeiter des Naturschutzes und des Arbeitskreises werden die Flächen der Bergbaufolgelandschaften in ihrer Individualität erhalten und gepflegt. Nun hat Sebastian Biele sich Gedanken gemacht, wie die Vogelpopulationen sich noch besser die Kippenlandschaft und das neu entstehende Seengebiet erobern könnten: Ausgewiesene Schutzgebiete, das Pflanzen von einheimischen Gehölzen, auch Laubbäumen, Hecken, Stubben- und Findlingshaufen und die besondere Behandlung von Totholz stellte er zur Diskussion.
Natürlich müssen diese Maßnahmen dem Gedanken des Nutzungskonzeptes der Schlabendorfer Felder und angrenzenden Gebiete entsprechen, waren sich alle einig. Die Bemühungen, einen sanften Tourismus in dieses empfindliche Ökosystem einzugliedern, seien zu berücksichtigen, so Biele.
Vor allem die Großstädter sollten mit den einmaligen Schätzen der Natur bekannt gemacht werden. Denn nur so können diese erhalten und geschützt werden.
Wie das konkret aussieht, kann sich der Besucher unter anderem im Heinz Sielmann Naturparkzentrum Wanninchen ansehen.