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| 13:27 Uhr

Ministerbesuch bei der Feuerwehr
Innenminister bringt „schöne Geschenke“ nach Dahme

 Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) unterschreibt die symbolischen Fördermittelbescheide. Der Generalsekretär der SPD, Erik Stohn (l.) sowie Dahmes Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) schauen zu.
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) unterschreibt die symbolischen Fördermittelbescheide. Der Generalsekretär der SPD, Erik Stohn (l.) sowie Dahmes Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) schauen zu. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Fördermittelbescheide für den Um- und Anbau sowie die Sanierung von Feuerwehrgerätehäusern übergeben. Von Andreas Staindl

Das Amt Dahme kann weiter in den Bereich Feuerwehr investieren. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) überreichte zwei Fördermittelbescheide für den Um- und Anbau sowie die Sanierung von Feuerwehrgerätehäusern am Donnerstagabend in Dahme.
Fast 94 000 Euro stellt das Land Brandenburg für den Anbau der Fahrzeughalle und die Sanierung des Feuerwehrgebäudes im Ortsteil Kemlitz sowie etwa 22 000 Euro für den Umbau des Feuerwehrgebäudes in Görsdorf zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm (KIP) des Lands Brandenburg.

David Kaluza (parteilos) sprach von „schönen Geschenken. Noch besser“ gefiel Dahmes Amtsdirektor jedoch „der ungezwungene Austausch mit dem Minister“. Schröter nahm sich Zeit, beantwortete Fragen der anwesenden Feuerwehrleute und Kommunalpolitiker. Er überraschte auch mit der einen oder anderen Neuigkeit. Etwa damit, dass das Land Brandenburg einen zweiten Standort für die Ausbildung von Kameradinnen und Kameraden sucht, um die Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt zu entlasten.

Dahmes Amtswehrführer Karsten Schmidt hatte zuvor kritisiert, dass „wir viel weniger Lehrgänge bekommen haben, als wir beantragt hatten. Das ist nicht hilfreich für die Motivation der Kameradinnen und Kameraden.“ Das Land reagiert offenbar auf das schon jahrlange Problem. Wünsdorf ist laut Minister der Favorit für einen zweiten Ausbildungsstandort. Eine Entscheidung soll noch im ersten Quartal dieses Jahres fallen. Mitte des nächsten Jahres rechnet Schröter mit dem Start der Feuerwehrschule in Wünsdorf. Hoffnung machte er zudem, dass künftig auch Feuerwehrleute bis zum 67. Lebensjahr während der Einsätze dabei sein dürfen. Das soll im neuen Brand- und Katastrophenschutzgesetz geregelt sein, das im Juni dieses Jahres verabschiedet werde. „Wenn es nach mir geht, wären Einsätze bis 67 längst möglich“, sagt der Innenminister. Die Altersgrenze liegt derzeit bei 65 Jahren.

Fred Tzschoppe, Ortsvorsteher in Kemlitz, hatte das Thema angesprochen. „Wir könnten damit das Problem Tageseinsatzbereitschaft entschärfen.“ Der stellvertretende Amtswehrführer Nico Richter sprach die Einsatzkleidung an: „Finanzschwache Kommunen können sie sich oft nicht leisten. Kann das Land nicht die Kleidung zur Verfügung stellen? Karl-Heinz Schröter findet „den Ansatz interessant. Wenn große Mengen zentral eingekauft werden, könnten wir viel Geld sparen.“ Er könne sich drei Preiskategorien vorstellen und versprach, das Thema anzugehen.

Auch über die Finanzausstattung der Kommunen sowie über die finanzielle Würdigung der Feuerwehrleute wurde am Donnerstagabend gesprochen. 500 Euro je zehn Jahre Zugehörigkeit soll es künftig geben. Welchen Anreiz man Betrieben bieten könnte, die Kameradinnen und Kameraden für Einsätze freistellen, weiß auch der Minister nicht: „Mir fällt keine Lösung ein.“ Dass Frei­stellungen gerade kleineren Firmen schwer fallen, sei ihm bewusst. Um die Einsatzbereitschaft dennoch zu sichern, seien mehr Einsatzkräfte nötig. Diese könnten, so eine Idee des Ministers, über Verwaltungen gesichert werden, in dem an die dortige Ausbildung ein Modul Brandschutz angehängt werde.

Auch über hauptamtliche Kräfte könne nachgedacht werden, die allerdings vom Träger des Brandschutzes finanziert werden müssten. Eine interessante Idee gibt es laut Schröter in Angermünde. In einer dortigen Oberschule soll die Grundausbildung für die Feuerwehr angeboten werden. „Ich bin gespannt darauf.“ Bis neue Initiativen zünden, setzt er darauf, „Kameradinnen und Kameraden finanziell zu motivieren“.

Der Innenminister nutzte den Besuch in Dahme zudem dafür, den Feuerwehrleuten zu danken. „Sie sind bereit, mehr für unser Land zu tun als andere Menschen. Dabei bringen sie sich selbst in Gefahr, opfern ihre Freizeit, manchmal auch ihre Gesundheit. Das, was Feuerwehrleute für die Sicherheit unseres Lands tun, ist aller Ehren wert.“ Für den Innenminister ist die Freiwillige Feuerwehr „Teil der Sicherheitsarchitektur im Land Brandenburg. Mit den Zuwendungsbescheiden etwa zeigen wir, dass wir dieses Engagement anerkennen.“

Der Generalsekretär der SPD in Brandenburg, Erik Stohn, legt nach: „Die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren kommt in unser Wahlprogramm für die Landtagswahlen in diesem Jahr.“ Er griff ebenso wie Karl-Heinz Schröter die Stimmung in Dahme auf. „Einen solchen Austausch müsste es öfter geben“, sagt der Innenminister, „auch wenn das unrealistisch ist“. Dahmes Amtsdirektor David Kaluza hätte „nichts dagegen“.