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Vor dem Fest
Das Weihnachtsfest gemeinsam genießen

VBei Glühwein oder Tee genießen Gertraud Krenzlin, Gisela Bundesmann, Waltraut Riemann und Waldemar Krenzlin (v.l.) die besinnliche Atmosphäre im Seniorenzentrum.
VBei Glühwein oder Tee genießen Gertraud Krenzlin, Gisela Bundesmann, Waltraut Riemann und Waldemar Krenzlin (v.l.) die besinnliche Atmosphäre im Seniorenzentrum. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau . Im Evangelischen Seniorenzentrum „An der Berste“ wird heute der Weihnachtsbaum geschmückt.

„Schon die Adventszeit ist schön, überall ist weihnachtlich geschmückt und es gibt kleine Veranstaltungen. So ist es gesellig und keiner muss sich allein fühlen“, sagt Waltraut Riemann. Die 88-jährige Luckauerin verbringt ihr drittes Weihnachtsfest im Evangelischen Seniorenzentrum und schätzt die Gemeinschaft.

Natürlich sei es früher in der Familie am schönsten gewesen, „aber hier bekomme ich die Hilfe und Unterstützung, die ich brauche“, sagt die Seniorin. Ihre Tochter ist verstorben, Schwiegersohn und Enkel wohnen weit entfernt. „So ist es hier schon besser als würde ich allein zu Hause sein.“

Jeder Adventssonntag hatte etwas Besonderes. Gäste kamen und musizierten, es wurde gemeinsam gesungen. „Plätzchen haben wir gemeinsam mit den Bewohnern gebacken und dann natürlich auch gegessen“, sagt Einrichtungsleiterin Manuela Pötzsch. „Es macht auch uns Mitarbeitern Freude, denn wir haben auch etwas von den besinnlichen Momenten, kommen selbst mal zur Ruhe“, ergänzt sie.

Zur Weihnachtsfeier in dieser Woche brachte der Luckauer Seniorenchor die Bewohner bei Kaffee, Stolle und Glühwein in Stimmung. Die Mitarbeiter führten das Krippenspiel auf. Für Gisela Bundesmann war das eine schöne Erinnerung an die Kindheit. „Wir haben es als Kinder in der Kirche gespielt. Und ich war der Josef“, weiß sie noch, als wäre es erst voriges Jahr gewesen. Im Sommer 2016 zog sie aus Walddrehna nach Luckau um. Zu Hause war es für die Seniorin zu beschwerlich geworden. „Ich bin sehr zufrieden mit den Schwestern und Pflegern hier. Alle sind sehr nett und geben sich große Mühe, damit wir uns wohlfühlen.“, urteilt die 88-Jährige. Sie verlebt ihr zweites Weihnachtsfest im Seniorenzentrum und freut sich schon auf ihren Urenkel. „Er kommt und spielt mir dann auf dem Keyboard etwas vor.“

Für das Ehepaar Gertraud und Waldemar Krenzlin wird das Weihnachtsfest in diesem Jahr ganz anders als in den vergangenen 62 Ehejahren. Erst im November zogen sie aus Waldow ins Seniorenzentrum. Die ersten vier Wochen musste Waldemar Krenzlin allerdings allein in der neuen Umgebung verbringen, denn seine Frau lag im Krankenhaus. „Seit wir Rentner sind, waren wir nicht mehr so lange Zeit getrennt. Und hier ist alles neu. Aber ich habe mich schon langsam dran gewöhnt“, erzählt Gertraud Krenzlin. Dankbar sind beide allen, die es ermöglichten, dass sie nun gemeinsam im Seniorenzentrum wohnen können. „Um vieles müssen wir uns nicht mehr selber kümmern“, das genießen die zwei auch. Den Heiligabend werden sie allerdings bei ihrer jüngeren Tochter verbringen. „Am ersten Feiertag geht es wieder nach Hause“, sagt Gertraud Krenzlin und meint damit schon das Seniorenzentrum.

Der Baum im Foyer wird am 23. Dezember gemeinsam geschmückt. „So wie es die Bewohner auch von zu Hause kennen. Dazu gibt es Glühwein und die Vorfreude auf den Weihnachtsabend steigt“, weiß Manuela Pötzsch. Die Andacht am Heiligabend-Vormittag gehört zur festen Tradition im Haus. Am Nachmittag spielt der Posaunenchor und nach dem Kaffeetrinken gibt es Geschenke. Ob der Weihnachtsmann auch in diesem Jahr kommt? „Da lassen wir uns von den Mitarbeiterinnen überraschen“, sagt Manuela Pötzsch. Jeder Bewohner bekomme ein Geschenk vom Haus und wenn Angehörige eins abgegeben haben, erhalten Oma oder Opa dieses gleichfalls.

Besinnliche Stimmung zieht nach der Bescherung im Seniorenheim ein. „Da denke ich auch viel an jene, die schon verstorben sind, aber auch daran, wie die Weihnachtszeit mit den Kindern war“, erzählt Waltraut Riemann. In kleinen Gruppen sitzen sie zusammen und machen es sich gemütlich. Gisela Bundesmann sagt gern Weihnachtsgedichte auf. „Und wir singen Weihnachtslieder“, fügt sie an. „Oh du fröhliche…“ ist das Lieblingslied beider Seniorinnen. „Das gemeinsame Singen macht uns Freude und keiner fühlt sich am Weihnachtsabend allein“, ergänzt Waltraut Riemann.