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| 01:04 Uhr

Das Tanzen als Lebensgefühl

Luckau.. Am Samstagvormittag hatte die Kinder- und Tanzakademie „La Belle“ zu einem Schnupperkurs eingeladen. Undine Cherubim wollte den Mädchen und auch Jungen bis 12 Jahre die Gelegenheit geben, beim Workshop dabei zu sein und einmal den Unterricht zu verfolgen. Gudrun Driesen

Das nutzten auch einige Muttis, die mit ihren Töchtern aufmerksam dem Treiben auf der Tanzfläche zusahen.
Kompetente Unterstützung beim Workshop bekam Undine Cherubim von den Berliner Tanzpädagogen Gudrun und Frank Schurig, die sich sehr um den Nachwuchs im klassischen und modernen Tanz bemühen. Gudrun Schurig hat an der Palucca-Schule in Dresden ihre Ausbildung erhalten. Gret Palucca, die führende Solotänzerin des Ausdruckstanzes, hatte 1925 diese Schule gegründet, an der noch heute Tänzerinnen und Tänzer unterrichtet werden.
„Gudrun und Frank Schurig lehren die alte klassische Ballettschule. In diesem Sinn möchte auch ich meine Schülerinnen in die Welt des Tanzes einführen“ , so Undine Cherubim. Der tänzerische Nachwuchs von „La Belle“ hatte einige Freundinnen mitgebracht, und so fand der erste Workshop in diesem Jahr mit guter Beteiligung statt. Aufmerksam hingen die Kleinen an den Lippen der erfahrenen Tänzer und waren beim Einstudieren neuer Schritte mit Feuereifer bei der Sache.
Die Talentförderung soll aktiv unterstützt werden, darum werden in diesem Jahr noch mehrere Workshops stattfinden. „Wir erhoffen uns, dann auch mit den jüngeren Kindern ein Musical von so hohem Niveau wie ,Land of the Lords' auf die Beine zu stellen. Die Aufführung dieses Musicals hat bei einigen die schlummernden Wünsche nach einer tänzerischen Ausbildung bei uns geweckt“ , freut sich Undine Cherubim. Aus Dahme, Golßen oder Lübben kommen die Anfragen nach einem Platz in der Luckauer Kinder- und Jugendakademie.
Ob die harte Ausbildung auch wirklich die richtige Freizeitbeschäftigung ist, konnte der zukünftige Nachwuchs am Samstag sehen. Die zehnjährige Theresa Liedtke aus Walddrehna ist vielseitig interessiert und möchte sich nun auf dem tänzerischen Parkett ausprobieren. „Mir macht es Spaß, mich zu bewegen und in der Gruppe zu arbeiten“ , gesteht sie. Die Mutti ist der Meinung, „sie soll selbst entscheiden und im Schnupperkurs herausfinden, ob es das ist, was sie auf lange Sicht machen möchte“ . Auch die neunjährige Luckauerin Katrin Petrauschke bekommt glänzende Augen bei dem Gedanken, sich bald in den Reigen der kleinen Tänzerinnen einreihen zu können.

Ausbildung veränderte Leben
Wie die Ausbildung das Leben einer Tänzerin verändert, schildert Annabel Kultscher. „Tanzen ist mein Lebensinhalt, und es ist ein Lebensgefühl. Mich begleitet es schon von Kindesbeinen an, und nun studiere ich in Hamburg Tanzpädagogik. Der Grundstock wurde in der Tanzschule Luckau gelegt“ , erzählt die junge Frau. Man lerne früh, mit Menschen umzugehen und sich in Gruppen zu bewegen, man sei generell teamfähig. Das sei für den Alltag in Schule und Beruf sehr wichtig.
Außerdem lerne man in der Tanzausbildung Respekt voreinander und dem Lehrer gegenüber. Auftretende Probleme werden gemeinsam geklärt. „Die Tänzerinnen sind zielstrebig, und es haut sie ein Tiefschlag nicht um. Sie sind meist auch in der Schule leistungsstark. Mit Disziplin und starkem Willen erreichen sie alles, was sie sich vorgenommen haben,“ kann Annabel Kultscher aus eigenen Erleben sagen.

Etwas Neues wagen
Undine Cherubim weiß, dass vor den Kindern ein langer Weg liegt, auf dem sie erst lernen müssen, mit ihrem Körper zu experimentieren, sich auszudrücken, Neues zu wagen und das Gelernte selbstbewusst einem Publikum zu zeigen. Das gehe nur, wenn ein gutes Vertrauensverhältnis da sei und die Kinder sich beim Tanz wohl fühlen. „Dafür ist auch der Kontakt zum Elternhaus wichtig, damit die Muttis und Vatis wissen, wie sich die Tochter entwickelt und ob sie eventuell sogar einen Leistungskurs belegen kann“ , so die Tanzpädagogin.
Die Mädchen - Jungen haben sich leider noch nicht gemeldet - , die schon in der Ausbildung sind, kommen sehr gern zum Training und werden in diesem Jahr bei vielen Auftritten, so auch bei der kleinen Gartenschau, Gelegenheit haben, ihr Können öffentlich vorzustellen. Bis dahin heißt es Üben, Üben, Üben.