ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Das Rätsel vom Koboldsee

Umgeben von Feuchtwiesen liegt der idyllische Koboldsee zwischen Straupitz, Neu Zauche und Laasow. Der Kreisanglerverband würde ihn gern wieder bewirtschaften, möglichst kaufen.
Umgeben von Feuchtwiesen liegt der idyllische Koboldsee zwischen Straupitz, Neu Zauche und Laasow. Der Kreisanglerverband würde ihn gern wieder bewirtschaften, möglichst kaufen. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben/Luckau. Den Kreisanglerverband Lübben und den Koboldsee bei Straupitz verbindet eine alte Liebe. Seit 25 Jahren warten die Angler auf einen Neuanfang der innigen Beziehung. Noch befindet sich das Gewässer allerdings im Eigentum des Bundes. Der prüft derzeit die Übergabe ans Land. Und prüft. Und prüft … Ingvil Schirling

"Das graust den Hund mitsamt der Hütte!" Falkner Schwarz, Chef des Kreisanglerverbands Lübben, eigentlich ein gelassener Typ, ist in Sachen Koboldsee am Ende seiner Geduld. Seit fast 25 Jahren versucht der Verband, das Gewässer zu kaufen. An die 15 Anträge hat er gestellt, jeweils an verschiedene Zuständigkeiten, die meisten ohne jede Reaktion. Überhaupt war lange unklar, in wessen Besitz unter den vielen Treuhand-Nachfolgern sich der See genau befindet. Die Angaben wechseln, kaum gibt es neue Hinweise, versinken sie im Nebel der Behörden. "Es ist total frustrierend, wie mit solchen Sachen umgegangen wird", sagt Falkner Schwarz.

Dabei verbindet das Gewässer, idyllisch zwischen Straupitz und Laasow gelegen, und die Angler eine alte Liebe. Der Koboldsee ist gut zwei Hektar groß, sehr tief und sagenumwoben. Seit 1949 und bis 1990 bewirtschafteten der Kreisanglerverband beziehungsweise seine Vorgänger das Gewässer, bezahlten Pacht, berichtet Falkner Schwarz. "Irgendwann hieß es dann, dass der See verkauft wird." Aus dem zunächst geplanten Gewässerpaket der Heideseen sei er herausgenommen worden. Danach wucherte das Behördendickicht um den See. Ab 2008 meldeten offizielle Quellen, dass er nun auch nicht mehr beangelt werden dürfe.

Unverdrossen brachte der Verband einen Kaufantrag nach dem anderen zur Post. Dem jüngsten vom 18. November, auf den man wie auf so viele andere keine Antwort bekam, "haben wir jetzt nochmals einen weiteren per Einschreiben nachgelegt", sagt Falkner Schwarz.

See in Bundes-Eigentum

RUNDSCHAU-Recherchen spürten den Koboldsee im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf. "Gegenwärtig wird eine Übertragung an das Land Brandenburg geprüft", antwortet die Pressestelle schmallippig auf eine LR-Anfrage. Daher könne man einem Pacht- oder Kaufinteresse des örtlichen Anglervereins leider nicht entsprechen.

Für weitere Nachfragen, wimmelt die Behörde ab, stehe die Pressestelle des Brandenburger Finanzministeriums zur Verfügung. In Potsdam ist Sprecherin Ingrid Mattern, was den Koboldsee betrifft, ähnlich gefrustet wie Falkner Schwarz in Lübben. "Gegenwärtig befindet sich der See nach wie vor im Eigentum des Bundes. Ein Handeln des Landes kann daher erst einsetzen, wenn der Bund den See dem Land zum Kauf anbietet", stellt sie fest.

Es bleibe aber dabei, dass das Land die Seen "den Kommunen kostenfrei übertragen und dabei grundsätzlich eine öffentliche Nutzung und Zugänglichkeit sichern" wolle. Der Koboldsee befindet sich auf der Gemarkung Laasow.

Die Prüfung hält an

Doch wann die Gemeinde ihn zurückbekommt und ob die alte Liebe zwischen See und Kreisanglerverband dann einen zweiten Frühling erlebt, steht gegenwärtig in den Sternen. "Wir warten die Prüfung der BImA ab, ob der See dem Land zum Kauf angeboten werden kann", schließt die Sprecherin. "Diese Prüfung hält an."