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Das Luckauer Ehrenamt lebt hoch

Die "Kornkäfer" waren mit einer ganzen Mannschaft aus großen und kleinen Sportlern bei "Luckau radelt" vertreten.
Die "Kornkäfer" waren mit einer ganzen Mannschaft aus großen und kleinen Sportlern bei "Luckau radelt" vertreten. FOTO: Daniel Friedrich
Luckau. Um die Luckauer beim Erwachen nach der langen Altstadtnacht ein wenig zu unterstützen, veranstaltet die Stadt seit mehreren Jahren am Tag danach den Kartoffelbrunch auf dem Marktplatz. Zahlreiche Vereine laden mit leckeren Kartoffelvariationen, Kaffee und Kuchen zum geselligen Start in den Tag ein. Daniel Friedrich

Zum Ehrenamtsfrühschoppen am Vormittag sorgte ein noch nicht ganz ausgeschlafener Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) für Erheiterung, als er die "Original Berstetaler Blasmusikanten" mit ihren Kollegen aus Niewitz verwechselte. Zugleich dankte er den vielen ehrenamtlich Tätigen, die sich immer wieder aufs Neue für die Stadt engagierten. "Das Ehrenamt ist das Herz, das Luckau ausmacht. Mitunter sorgt ein solches Amt aber nicht nur für Freude, sondern wird lebensgefährlich", sagte Lehmann mit Blick auf die bei einem Unfall in der vergangenen Woche umgekommenen freiwilligen Feuerwehrmänner auf der Autobahn 2.

Ihn freue es, dass sich vor einigen Wochen über 1000 Luckauer an der Typisierungsaktion für den 18-jährigen Eric Gatzke beteiligten. Der Schlabendorfer ist an Blutkrebs erkrankt und kann nur durch eine Knochenmarkspende gerettet werden. Diese habe er Anfang September bekommen. Die nächsten Wochen würden nun zeigen, ob der Körper die fremden Zellen annähme und damit die Leukämie überwinden könne, informierte der Bürgermeister und rief zu einer weiteren Spendenaktion auf: "Wir möchten die Unterstützung heute fortsetzen und sammeln bei ‚Luckau radelt' für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). "Jede gefahrene Runde durch die Innenstadt ergibt einen Euro. Damit helfen wir die so wichtigen Typisierungen im Vorfeld einer Knochenmarkspende zu finanzieren.

Auch Nadine Graßmel von den 20 großen und kleinen gelb-schwarz gekleideten "Kornkäfern" stand an der Startlinie. "Wir sind eine Sportgruppe, treffen uns regelmäßig zum Laufen oder Radfahren und wollen heute Luckau repräsentieren", sagte die Familienmutter. Ihre Söhne Jasper (3), Marlon (5) und Finn (10) hatten ebenfalls ihre Räder dabei und hatten sich vorgenommen, so viele Runden wie möglich zu fahren, um den an Blutkrebs Erkrankten zu helfen.

Um Punkt 12 Uhr machten sich die rund 100 Radler auf den Weg durch die für Autos in den Mittagsstunden gesperrte Altstadt. Eine halbe Stunde lang zogen Alt und Jung, Solo oder im Gespann durch die Straßen - die schnellsten Radler brachten ihre erste Runde schon nach zwei Minuten hinter sich. Kurz vor Ablauf der Fahrzeit sorgte der Sturz eines Teilnehmers für Aufregung. Er musste ärztlich versorgt werden.

Als auch die letzten Radfahrer die Ziellinie am Marktplatz überquerten, konnte Gerald Lehmann stolz das Ergebnis präsentieren: Für insgesamt 1190 gefahrene Runden spendet ein Cottbuser Versicherungsmakler 1190 Euro an die DKMS.