(be) Stöbern in alten Schätzen in einem besonderen Flair – zum Denkmaltag hat das in Dahme Tradition. Veranstalter ist der Feuerwehr- und Heimatverein, der stes im Juni mit einem Oldtimer-, Teile- und Trödelmarkt (Ottma) Tausende Besucher lockt. Der Antik- und Trödelmarkt war ursprünglich mal Ottmas kleiner Bruder,  ist aber den Kinderschuhen längst entwachsen. Fast 90 Stände hat Marco Dastig, Chef des Organisatoren-Teams, am Sonntag zwischen Schlossruine und Kornspeicher gezählt. Ob Zubehör für Opas „Hühnerschreck“, Omas Hut mit Schleier, Geschirr, Spielzeug oder Zierkürbisse – es ließen sich Schnäppchen machen. „Das Angebot ist gut, und die Preise sind fair“, so Besucher Lothar Woitschätzky.

Viele nutzten die Gelegenheit zum Abstecher in zwei von Dahmes markantesten Gebäuden. Im Kornspeicher regte die Ausstellung historischer Motorräder und Mopeds vor allem die Männer zum Fachsimpeln an. Draußen luden die Organisatoren zu Kaffee und Kuchen ein.

Der 1724 erbaute Speicher ist das letzte noch erhaltene Gebäude der einstigen Gutsdomäne. Bei Führungen erfuhren Interessierte von Museumsleiter Tilo Wolf zum Beispiel, dass hier während des Napoleonischen Krieges 3000 französische Kriegsgefangene untergebracht waren. Das Anfang des 18. Jahrhundertes errichtete benachbarte Schloss der Herzöge von Sachsen-Weißenfels ist heue als begehbare Ruine ein beliebter Treff für Feiern und Kultur. Gut gefüllt war die Halle, als Jüterbogs Ortschronist Henrik Schulze die Geschichte der sowjetischen Besatzungszeit im Raum Jüterbog Revue passieren ließ. Insgesamt  1,6 Millionen Sowjetsoldaten waren hier von Kriegsende bis zum Abzug 1994 stationiert.