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Das Amt Dahme und der Niedere Fläming trauen sich

Die Bürgermeister Thomas Willweber, Manfred Hartfelder, Werner Schröder, David Kaluza und Amtsdirektor Frank Pätzig (v.l.) unterzeichnen im Rathaussaal die öffentlich-rechtliche Vereinbarung über den Beitritt.
Die Bürgermeister Thomas Willweber, Manfred Hartfelder, Werner Schröder, David Kaluza und Amtsdirektor Frank Pätzig (v.l.) unterzeichnen im Rathaussaal die öffentlich-rechtliche Vereinbarung über den Beitritt. FOTO: be
Dahme. Mit Kerzen und Blumenschmuck erinnert der Rathaussaal am Donnerstagabend ein wenig an ein Standesamt. Stimmungsvoller Rahmen, um die Ehe zwischen dem Amt Dahme und der bislang amtsfreien Gemeinde Niederer Fläming zu besiegeln.

Amtsdirektor Frank Pätzig und die Bürgermeister der Kommunen setzen ihre Unterschriften unter den Vertrag, der den Beitritt des Niederen Fläming zum Dahmer Amtsbereich regelt. Er soll zum 1. Januar 2018 wirksam werden. Es ist eine Vernunftehe, aus der, so sind die Partner zuversichtlich, schon bald Liebe werden soll.

Das Amt Dahme, bestehend aus den Gemeinden Dahme, Ihlow und Dahmetal, hat 6500 Einwohner. Potsdam zufolge sind das zu wenige für künftige Verwaltungsstrukturen. Im ländlichen Raum wird auf 8000 orientiert. Der Niedere Fläming bringt gut 3000 weitere Bürger mit, die sich auf 23 Ortsteile und 185 Quadratkilometer verteilen. Das neue Amt Dahme wird sich bis Hohengörsdorf, kurz vor den Toren Jüterbogs, erstrecken.

Bevor der Vertrag unterschrieben werden konnte, hatten alle Gemeindeparlamente des alten Amts und des Niederen Fläming dem Dokument zugestimmt. Quasi als Trauzeugen begleiten Vertreter aus den Orten dann am Donnerstagabend den feierlichen Akt. Herbersdorfer oder Hohenseefelder unter ihnen hätten schon früher gern nach Dahme gewollt, sagt Lutz Löffler, Vorsitzender der Gemeindevertretung des Niederen Fläming. Bei anderen habe es aber auch Bedenken gegeben, räumt er ein. Jedoch sei der Beitritt zum Amt die einzige Chance, die Gemeinde als Ganzes zu erhalten. "Wir sind in den Jahren zusammengewachsen und haben gemeinsam viel erreicht", sagt Lutz Löffler.

Das alte Amt Dahme besteht 25 Jahre. "In der Rückschau war es der richtige Weg. In einem Amt kann jede Gemeinde weiter selbst über ihren Haushalt bestimmen, und wir arbeiten gut zusammen", so Ihlows Bürgermeister Werner Schröder. Wie seine Kollegen Thomas Willweber aus Dahme und Manfred Hartfelder aus Dahmetal heißt er die Neuen herzlich willkommen.

Wie in allen anderen amtsangehörigen Gemeinden wird im Niederen Fläming der Bürgermeisterposten nach dem Beitritt ehrenamtlich sein. Die bislang hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeiter werden in die Dahmer Amtsverwaltung übernommen und dort im Rathaus sowie in einer Außenstelle in Lichterfelde tätig sein. Der hauptamtliche Bürgermeister David Kaluza bewirbt sich, wie er auf Nachfrage bestätigt, um die ausgeschriebene Nachfolge für Amtsdirektor Frank Pätzig, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Die Bewerbungsfrist für die Stelle des Amtsdirektors läuft bis zum 18. August. Dann prüft der Amtsausschuss die Interessenten.