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| 01:34 Uhr

Dahmer Sportwelt am Scheideweg

Dahme. Die Zukunft der Dahmer Sportwelt steht auf der Kippe. Im Etat der Sport- und Kulturstätte klafft ein Loch von knapp 24 000 Euro. Der TSV Empor als Betreiber kann die Löhne für die Mitarbeiter nicht zahlen. Die Stadt Dahme wird dem Träger im laufenden Jahr mit einer zusätzlichen Finanzspritze von 10 000 Euro unter die Arme greifen. Von Carmen Berg

Das haben die Stadtverordneten während ihrer vergangenen Sitzung einstimmig beschlossen. Damit beläuft sich der Gesamtzuschuss für die Sport- und Kulturstätte im Jahr 2010 auf 36 000 Euro. „Wenn wir die Halle weiter wollen, müssen wir einspringen”, machte Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) den Ernst der Lage deutlich.

Eigentümer der Sportwelt ist die Stadt. Der Bau mit Ballsport- und Tennishalle, weiteren Sporträumen und Gaststätte war in den 1990er-Jahren zu 100 Prozent gefördert worden. Der TSV Empor ist der dritte Betreiber, der sich an einer effektiven Auslastung versucht. Das wird immer schwieriger. Einnahmen aus dem Schulsport sind dramatisch zurückgegangen. Im Jahr 2004 hatten sie noch 25 000 Euro betragen. Aktuell werden die Erlöse aus Sportplatznutzung sowie Arbeitsgemeinschaften mit 5600 Euro angegeben. Wie der Bürgermeister weiter erklärte, werde die Einrichtung auch von den Sportlern zu wenig genutzt. Zudem seien die Besucherzahlen bei Veranstaltungen rückläufig. Daran werde sich kaum etwas ändern, sagte Thomas Willweber und verwies auf sinkende Einwohnerzahlen. Der Bürgermeister rechnet mit weiter steigenden Zuschüssen. Er forderte die Fraktionen auf, sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll: „Es wäre schade, wenn die Sportwelt den Bach hinuntergeht.”

Willweber will die Gemeinden des Amtes Dahme an den Kosten beteiligen. „Schließlich wird die Einrichtung vom gesamten Umland genutzt”, sagte er. Mehrfach war dieses Ansinnen im Amtsausschuss am Widerstand der Landgemeinden gescheitert. Der Bürgermeister regte an, das Gespräch mit den Gemeindevertretungen zu suchen. „Die schlechtere Alternative wäre es, von Nutzern aus der Stadt und den Dörfern unterschiedliche Gebühren zu erheben”, sagte er.

Bauamtsleiterin Christina Denkel sprach sich dafür aus, bei der Hallenauslastung über die Grenzen des Amtes hinaus zu denken. So sei aus dem acht Kilometer entfernten Hohenseefeld in der Nachbargemeinde Niederer Fläming der Wunsch nach einer eigenen Halle laut geworden. „Wir haben eine. Es sollte nicht jeder nur sein Dorf sehen”, sagte sie, räumte aber ein, dass Dahme bei den Gebühren im Standortnachteil sei. „Unsere Sportler fahren nach Lübbenau, weil es dort billiger ist. In Orten nahe Berlin stellen die Gemeinden den Vereinen ihre Hallen oft sogar unentgeltlich zur Verfügung. Sie können sich das leisten”, sagte Christina Denkel. Dahme hingegen sei gezwungen, von Vereinen Gebühren zu nehmen. Ein Tennis-Winter-Abo beispielsweise koste stattliche 500 Euro.