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| 01:00 Uhr

Dahmer Schule soll Hingucker im Internet werden

Christian klickt die Internetseite eines Gymnasiums im badischen Karlsbad an. „Tolle Farben und mehr Informationen als bei uns“ , stellt er fest. Der Achtklässler von der Dahmer Gesamtschule „Otto Unverdorben“ will mit neun Mitschülern den Internetauftritt seiner Schule auf Vordermann bringen. Dazu treffen sie sich in einer Arbeitsgemeinschaft beim ASB-Jugendzentrum „Gleis 1“ . Von Carmen Berg

Die Internet-AG entstand als einer von zahlreichen Zirkeln, seit die Dahmer Schule im August offene Ganztagsschule geworden ist. 148 Schüler (knapp 50 Prozent) der Jahrgangsstufen 7 bis 10 beteiligen sich an den Ganztagsschul-Angeboten, erklärt Schulleiter Benno Muskulus. Wegen des Interesses bei älteren Schülern seien kürzlich weitere Arbeitsgemeinschaften wie Mathematik oder Boxen eingerichtet worden, berichtet er.
Christian hat sich für den Internet-Zirkel entschieden, weil ihn, wie er erzählt, Computer schon immer interessiert hätten. Alexander aus der 7. Klasse sagt, er mache darüber hinaus in der Ballsportgruppe und bei den Schulsanitätern mit. „Es ist gut, an den Nachmittagen nicht nur rumzuhängen“ , sagt Neuntklässlerin Christiane.
Jürgen Lanzky, Leiter des Jugendzentrums „Gleis 1“ , kümmert sich um die Schüler. Schon früher, erklärt er, habe der Jugendklub die Schule bei ihrer Homepage beraten. Daraus sei die Idee für diese Arbeitsgemeinschaft entstanden. Das „Gleis 1“ , so der Chef, ist einer von 70 Jugend-Info-Punkten im Land Brandenburg, die sich in besonderer Weise mit Medienangeboten beschäftigen. Der Klub sei Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft „Multimedia“ , die den Landesjugendserver betreibe. Das sei ein Info-Portal für Jugendliche. „Unter www.jugendinfo.com findet sich Interessantes zu vielen Themen“ , sagt der Klubchef. Es werde zudem ein spezielles System angeboten, um Homepages zu erstellen, berichtet er.
Davon profitieren neben den regelmäßigen Klubbesuchern jetzt die Dahmer Schüler. „Mit ihnen müssen wir anders arbeiten als mit den älteren Jugendlichen, die in ihrer Freizeit die Computerplätze nutzen“ , erklärt der Chef. In den ersten Stunden hätten die Schüler geübt, wo sie was im Internet finden. „Dann haben wir uns Seiten anderer Schulen angeschaut und verglichen, was daran gut und weniger gut ist“ , erzählt Christian. Ihre Ergebnisse haben die Schüler auf Anschauungstafeln zusammengetragen.

Noch ein weiter Weg
Die Homepage der eigenen Schule ist vom Netz genommen. Zu groß seien die Lücken, die darauf klaffen, berichten die jungen Tüftler. Bevor sich das wieder ändert, liegt vor ihnen noch viel Arbeit. „Die wenigsten hatten mit Grafik-Programmen oder Fotos zu tun“ , sagt Jürgen Lanzky. Mancher, der mitmachen wollte, weil Internet cool sei, merke jetzt, wie viel Arbeit dahinter steckt, so der Klubchef.

Das Beispiel Karlsbad
„Noch macht es mir Spaß,“ sagt Christian. An der Karlsbader Schulpräsentation, die er im Internet aufgestöbert hat, gefällt ihm die Übersichtlichkeit. Als Beispiel zeigt er, dass alle Lehrer mit ihren Fächern aufgelistet sind. „Klickt man hinter den Namen des Lehrers, kann man ihm eine E-Mail schreiben. Das ist gut“ , sagt Christian.
Davon sind die Dahmenser noch weit entfernt. Die Mädchen aus der AG erzählen, sie hätten bei ihren Lehrern mal vorgefühlt, ob die mit einer Veröffentlichung ihrer Fotos einverstanden seien. Von 37 Pädagogen hätten nur zwei damit kein Problem gehabt. „Bilder wären aber nicht schlecht“ , findet Alexander, der als Neuling, wie er sagt, viele Lehrer noch nicht kennt. „Wir wollen die Schule nach außen bekannt machen, aber unsere Seiten sollen auch für Schüler und Lehrer informativ sein“ , nennt Christiane das Ziel für sich und ihre Mitstreiter.
Daneben hat Jürgen Lanzky einen weiteren Effekt des Kooperationsprojektes ausgemacht. „Es kommen mehr Schüler von der Gesamtschule zu uns in den Klub. Darunter auch Kinder aus den Dörfern“ , berichtet er.