Eltern, Mitschüler und andere Interessierte können sich künftig über die Berufsorientierung der Otto-Unverdorben-Oberschule per Film informieren. "Er ist sehr professionell", sagt Kaspar Röttgers vom Büro Blau in Berlin. Er hat die Jugendlichen seit September dieses Jahres in vier Workshops an die Medienwelt herangeführt.

"Es hat Spaß gemacht, mal hinter die Kulissen eines Films zu schauen", sagt Selina Hausigk. Sie war als Kamerafrau dabei. Die Neuntklässlerin hatte sich wie ihre gesamte Klasse um eine Mitarbeit im Projekt "Zoom" beworben. Fünf Mädchen und vier Jungen sind schließlich ausgewählt worden.

"Die Motivation der Jugendlichen für ihre jeweilige Aufgabe war ganz entscheidend", erklärt Kaspar Röttgers. "Ich war neugierig, wie eine Filmproduktion abläuft", erzählt Luise Bruhn. "Deshalb hatte ich mich als Tontechnikerin und Kamerafrau beworben, denn ich filme auch privat gern." So interessant sie die Dreharbeiten auch fand -"beruflich sehe ich mich nicht in diesem Bereich. Spaß hat es aber dennoch gemacht."

Zukunft im Medienbereich?

Auch Paul Behrend geht gestärkt aus dem Projekt heraus: "Ich habe viel Neues gelernt. Die eingesetzte Technik ist sehr interessant. Das Projekt hat mich angeregt nachzudenken, ob ein Medienberuf etwas für mich wäre."

Ziel war, dass sich alle Teilnehmer mit ihren beruflichen Möglichkeiten auseinandersetzen und Medienkompetenz erlangen, wie der Schulleiter Henri Kuhl sagt. Das ist aus seiner Sicht gelungen: "Alle Teilnehmer haben das Projekt super durchgezogen."

Nach der Einführung in Kameratechnik und Tonführung durften die Jugendlichen den Entstehungsprozess eines professionellen Films erleben. Sie haben sich hinter der Kamera oder als Regisseur ausprobiert. Medienpädagogen haben dabei geholfen. "Die Arbeit mit ihnen war toll", sagt Benjamin Rupprecht. Er war am Making-of beteiligt, hat also mit der Kamera einen Blick hinter die Kulissen des Filmprojekts geworfen. Chiara Mae Körner hat Regie geführt. "Ich habe dabei gelernt, mutig zu sein und Entscheidungen zu treffen, aber auch, dass man sich bei der Arbeit am Set gut konzentrieren muss."

Das Filmteam führte Interviews etwa mit der Schulleitung, der Berufsberaterin, mit Lehrkräften und der Sozialarbeiterin. Auch Lukas Bleicher kommt in der Videoreportage zu Wort. Der ehemalige Schüler der Otto-Unverdorben-Oberschule lernt inzwischen in der Handels- und Landtechnik GmbH in Dahme. Kevin Thiele könnte sich vorstellen, eine ähnliche Berufsrichtung einzuschlagen: "Irgendetwas mit Film wird es wohl eher nicht, auch wenn mir das Projekt gut gefallen hat." Tobias Lorenz dagegen könnte sich "einen Job bei den Medien durchaus vorstellen". Auch Monique Ganz hatte sich vom Videoprojekt Anregungen für ihren künftigen Beruf erhofft: "Jetzt weiß ich, was man rund um das Filmgeschäft alles machen kann."

Tag der offenen Tür

Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative Sekundarstufe I vom Bildungsministerium des Landes Brandenburg und dem Europäischen Sozialfonds sowie der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Wie Henri Kuhl ankündigt, soll das professionelle Video auch während des Tags der offenen Tür am 23. Januar des nächsten Jahres in der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme gezeigt werden.