Der Sohn von Küchenstudio-Chef Andreas Ulrich stammt aus Dahme, habe sich, wie er erzählt, in den vergangenen Jahren allerdings seine Sporen als Gastrom in anderen Regionen verdient. So habe er etwa in Österreich gearbeitet sowie auf einem Schiff und zuletzt in Berlin. "Jetzt aber will ich zurück in meine Heimatstadt", sagt Ulrich.

Abschied und Neubeginn
Seine offizielle Vorstellung ist gleichzeitig der Abschied von Anni Kaszynski. Die 64-Jährige ist nach eigenen Angaben seit 36 Jahren in der Kinobranche tätig und will jetzt "endlich kürzer treten". Ihr Rückzug ist auch mit zwei Jubiläen verbunden: Das Dahmer Kino-Café begeht sein 30-jähriges Bestehen. 15 Jahre davon haben Kaszynskis das Kino privat betrieben.
Die Chefin erinnert sich daran, wie die einstigen Volkslichtspiele im Jahr 1976 umgebaut worden waren. Im Jahr 1983 seien sie und ihr Mann Wolfgang nach Dahme gekommen und hätten die Leitung übernommen. "Bis zur Wende konnten wir uns vor Veranstaltungen nicht retten. Es gab im Hause Frauentagsfeiern von Februar bis Mai, LPG-Vergnügen, Brigadefeiern sowie auch Familienfeste", erzählt Anni Kaszynski. Die Gäste seien nicht nur aus der Region, sondern auch aus dem Raum Herzberg, Luckau und aus Randberlin gekommen.
Im Jahr 1991 dann habe Wolfgang Kaszynski das Kino-Café von der Treuhand erworben und damit, sagt seine Frau, diese Einrichtung für die Stadt erhalten. Vor fünf Jahren sei ihr Mann gestorben. "Die Jahre danach waren nicht leicht", sagt Anni Kaszynski. "Der Saal war oft leer, Rechnungen trotzdem fällig. Ich hatte häufig die Nase voll." Doch Mut hätten ihr ihre Stammgäste wie auch die Mitarbeiter gemacht, bei denen sie sich während ihrer Abschiedsfeier ganz persönlich bedankt.
Die Chefin erzählt von den jungen Männern von Tisch 15, die seit Jahren immer montags ins Kino kämen und, wenn sie verhindert seien, Ersatz schickten. Sie bedenkt aber auch die Küchenfrauen, den Hauselek triker und den Filmvorführer. „Ich bin vielen Menschen zu Dank verpflichtet“ , so die Chefin.
Außer mittwochs sind bisher täglich Filme über die Dahmer Leinwand geflimmert. Stolz ist Anni Kaszynski, dass ihr Kino im vergangenen Jahr als eines von zehn landesweit ausgezeichnet worden war.

Bewährtes und frischer Wind
Freude macht es der 64-Jährigen aber auch, "die vielen kuriosen Geschichten um meine Nachfolge" aufzuklären. Neuer Eigentümer des Kinos werde ihr Schwiegersohn Peter Krüger sein, erklärt sie. Der 43-Jährige habe eine Zimmerei in Drachhausen und deshalb die Dahmer Einrichtung verpachtet. Pächter Thomas Ulrich sagt, dass er "am grundsätzlichen Konzept" nichts ändern wolle. "Allerdings", so der 24-Jährige, „kommt frischer Wind rein, etwa in der Küche. Zudem gibt es eine flotte Bedienung.“ Künftig sollen Besucher nach den Filmen länger im Kino-Café verweilen dürfen, kündigt der neue Betreiber an. Vom 29. Juni bis zum 15. August bleibe die Einrichtung allerdings geschlossen. Ab Mitte August will Thomas Ulrich die Gäste begrüßen.