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| 17:16 Uhr

Grabsteine sollen restauriert werden
Dahmer Geschichte bewahren

Matthias Ochs will die Gräber von zwei Dahmer Heimatforscher für jüngere Generationen erhalten. Dazu müssen die Grabsteine vom Steinmetz restauriert werden.
Matthias Ochs will die Gräber von zwei Dahmer Heimatforscher für jüngere Generationen erhalten. Dazu müssen die Grabsteine vom Steinmetz restauriert werden. FOTO: Anja Brautschek / LR
Dahme. Grabsteine zweier Heimatforscher verfallen. Matthias Ochs setzt sich für die Restaurierung ein. Von Anja Brautschek

Nur noch blasse Buchstaben weisen auf die Ruhestätten der Heimatforscher Max Wald und Ernst Kube hin. Die Geburts- und Todesdaten beider Dahmer sind kaum noch zu erkennen. Der Stein ist von Regen, Wind und Sonne ermattet. Für Matthias Ochs vom Kulturverein Dahme sind die beiden Gräber derzeit kein ansehnliches Bild.

Aus diesem Grund sollen insbesondere die Grabsteine restauriert werden. „Beide haben viel für die Stadtgeschichte geleistet und sind wichtige Persönlichkeiten“, sagt Matthias Ochs. Die Heimatforscher haben in den 1930er- und 1940er-Jahren das Heimatmuseum in Dahme geleitet. Max Wald hat außerdem die Fläminghefte herausgebracht und das Heimatbuch für Dahme und Umgebung veröffentlicht. Auch Ernst Kube veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Heimatgeschichte der Stadt. Er war unter anderem der Mitbegründer der „Dahmer Landsmannschaft Groß-Berlin“, einem Kreis heimatverbunderer Dahmer, die in Groß-Berlin wohnten, und gründete 1935 das Dahmer Stadtarchiv.

Diese Leistungen will Matthias Ochs für Besucher und künftige Generationen erhalten. Seit mehr als 20 Jahren kümmert er sich gemeinsam mit seiner Frau ehrenamtlich um die Gräber. Sie bepflanzen die Grabstellen, harken das Laub weg und stutzen regelmäßig die kleinen Koniferen. Doch über die Jahre sind auch die Grabsteine verwittert. „Man kann die Inschriften kaum noch lesen“, beklagt er. Ein Steinmetz muss die Beschriftungen reinigen und neu vergolden und den Stein glänzend aufpolieren. Matthias Ochs rechnet dafür mit Kosten zwischen 800 und 1000 Euro. Das Geld will er über Spenden zusammentragen. Doch bislang sei die Resonanz eher verhalten. Rund 280 Euro haben Dahmer bislang gespendet. Matthias Ochs bleibt aber zuversichtlich. „Dahme ist eine Stadt mit Geschichte. Das müssen wir hegen und pflegen“, sagt der Dahmer, der selbst heimatinterressiert ist.

Schon in der Vergangenheit setzte sich der Kulturverein für den Erhalt von Gräbern bekannter Dahmer Persönlichkeiten ein, darunter auch Stiftungsgründerin Amalie Haberland oder Max Jacob, Baumeister des Dahmer Rathauses und des Berliner Müggelturms. Anliegen des Kulturvereins ist es dabei, die Geschichte der Stadt nicht nur im Heimatmuseum, sondern auch im Stadtbild sichtbar zu machen. Sie haben sich deshalb unter anderem dafür eingesetzt, dass Hinweistafeln an Straßennamen und Gebäuden das Wirken prominenter Dahmer erklären. Auch das kulturelle Leben bereichert der Verein mit Veranstaltungen. Gleichzeitig möchte Matthias Ochs mit seiner Aktion aber auch einen Anstoß für andere geben, sich mehr in die Stadt einzubringen. „Ich habe das Gefühl, das ist etwas eingeschlafen“, sagt er. Als Kleinstadt habe Dahme aus seiner Sicht mit Freibädern, Schulen, Schlossruine, Tierpark und einer guten Infrastruktur einiges zu bieten. „Wir tun alles daran, das zu erhalten“, sagt Matthias Ochs, der sich auch als Stadtverordneter (SPD) einsetzt. Spenden werden vom Kulturverein entgegengenommen unter IBAN: DE31 1605 0000 3630 0213 94.

Die Instriften auf dem Gräbern von Max Wald und Ernst Kube (Foto oben) sind kaum noch zu lesen. Das Blattgold ist verblasst, der Grabstein verwittert.
Die Instriften auf dem Gräbern von Max Wald und Ernst Kube (Foto oben) sind kaum noch zu lesen. Das Blattgold ist verblasst, der Grabstein verwittert. FOTO: Anja Brautschek / LR