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| 12:32 Uhr

Pfiffige Idee
Heiteres und Nachdenkliches am Bauzaun

Den Passanten Hannelore Zaul und Jürgen Rothe gefält die Idee zu den Sprüchen am Bauzaun.
Den Passanten Hannelore Zaul und Jürgen Rothe gefält die Idee zu den Sprüchen am Bauzaun. FOTO: LR / Carmen Berg
Dahme. Dahmer Geschäftsleute wollen mit Sprüchen Lust aufs Einkaufen trotz Straßenbau machen. Von Carmen Berg

Hannelore Zaul schiebt ihren Rollator am Bauzaun in der Hauptstraße entlang. Immer wieder bleibt sie stehen, liest die Sprüche, die dort seit einer Woche platziert sind. „Das Leben ist ein Bumerang. Man bekommt nur zuück, was man gibt“, steht beispielsweise geschrieben. „Da ist was dran“, sagt die Seniorin. Sie habe die Schilder von Weitem gesehen und sei neugierig geworden, erzählt sie. Auch Jürgen Rothe bleibt stehen, muss schmunzeln über den Spruch: „Ich bin nicht stur, sondern meinungsstabil.“ Die neue Deko sei eine schöne Idee, finden die Passanten.

Seit dem Frühjahr wird zwischen Luckenwalder Straße und Vogelturm die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 102 grundhaft erneuert. Derzeit verlegen die Bauleute Kanäle in die Erde. Anliegende Geschäfte verzeichnen deutliche Kundenrückgänge. „Viele Leute denken, sie kommen zu uns nicht mehr durch, doch das stimmt nicht. Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe, und zu Fuß sind wir auf kurzem Wege gut erreichbar“, sagt Silke Reder, Inhaberin  eines Wäsche- und Modegeschäftes.

Gemeinsam mit Evelyn Burghardt, die eine Boutique für Damen- und Herrenmoden betreibt, startete sie die Aktion am Bauzaun. Zusätzlich weist ein Schild an einer Haus-Rückfront vom Lidl-Parkplatz den Weg zu den Läden. Erste Erfolge seien bereits sichtbar, so die Geschäftsfrauen.

Eine Baustelle vor der Tür  sei nie einfach, doch mit Humor wird alles leichter“, findet Evelyn Burghardt. Im Internet und anderswo hat sie mit ihrer Kollegin nach Besinnlichem und Heiterem gesucht. Ein Anfang sei gemacht, den andere gern nachnutzen können, schlägt sie vor. Solange der Bauzaun steht, sollen die Schilder bleiben.

„Die Bauleute arbeiten zügig“, loben die Anliegerinnen. Laut Plan sollen die Bagger  im August in den nächsten Abschnitt rücken. Sei die schwierige Phase durchgestanden, werde die neue Straße ein Gewinn für die Stadt, sind die Geschäftsfrauen überzeugt. Hannelore Zaul freut sich schon auf neue, glatte Gehwege. „Dann komme ich mit dem Rollator beim Einkaufen noch  besser durch.“