Heute Abend sollen die Eltern durch das Staatliche Schulamt offiziell informiert werden.
Doch die Betroffenen wissen längst Bescheid. Allein am Luckauer Gymnasium hätten sich bereits sechs Familien gemeldet, bestätigt Schulleiter Dietmar Becker. Er versichert: „Jeder, der möchte, kann zu uns kommen.“ Allerdings sei nicht auszuschließen, dass andere Kurse belegt werden müssten. Vom Staatlichen Schulamt erwartet Becker, dass mit der Schülerzahl auch die genehmigten Lehrerstunden zunehmen.
Die Ursache für den radikalen Schnitt liegt in der Zahl der Elftklässler an der Dahmer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe: „Der Jahrgang 11 ist im vergangenen Jahr nur aufgrund einer Kooperation mit dem Gymnasium Jüterbog genehmigt worden“ , erläutert Ulrich Viets, Leiter des Staatlichen Schulamtes Wünsdorf. Damals seien in Dahme 37 Schüler „fest eingeplant“ und weitere zehn vorsichtig einkalkuliert worden - zu wenig für einen Jahrgang. „Deshalb vereinbarten beide Schulen, gemeinsame Kurse anzubieten“ , so Viets. Eine derartige Kooperation sei normalerweise nur möglich zwischen Einrichtungen, die untereinander zu Fuß erreichbar sind, erklärt der Chef des Staatlichen Schulamtes weiter. „Wir haben also bei der Genehmigung ein paar Augen zugedrückt.“
Doch es kam ganz anders: „Zu Beginn des Schuljahres waren es 31 Schüler“ , bestätigt Direktor Benno Muskulus. Letztendlich sei die Zahl sogar auf 26 gesunken, weil einige eine Lehrstelle gefunden hätten. Und: „Die in Jüterbog angebotenen Kurse wurden von den Dahmer Schülern abgewählt“ - die Kooperation gab es seit Ende der Herbstferien nur noch auf dem Papier.
„Das war für uns verblüffend. Wir haben von dieser Katastrophe erst im Dezember erfahren“ , kann Ulrich Viets seinen Unmut über das lange Stillhalten der Dahmer Schulleitung nur schwer verbergen. „Wir haben immer wieder versucht zu kitten, Wege zu finden“ , begründet Benno Muskulus das späte Signal ans Schulamt. Schließlich sei mit dem Auflösen des Jahrgangs 11 die gesamte Region „wieder einmal arm dran“ . Dem Wünsdorfer Schulamt sei keine andere Wahl geblieben, so Leiter Viets. Der Kreislauf - weniger Schüler, weniger Lehrer - hätte dazu geführt, dass der Kurs-Unterricht in Stufe 11 nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Die Notbremse sei mitten im Schuljahr gezogen worden, weil im zweiten Halbjahr der Klasse 11 die Weichen für die verbleibende Schullaufbahn gestellt würden, sagt Ulrich Viets. Nun hätten die Schüler bis Freitag Zeit, sich für eine andere Einrichtung zu entscheiden. Je nach Wohnort kämen Luckau, Jüterbog oder auch Luckenwalde infrage.
Damit scheint besiegelt, dass es in Dahme 2006 die letzten Abi-Prüfungen geben wird. „Die Schüler der Jahrgangsstufe 12 und 13 können ihr Abitur in Dahme beenden“ , so Amtsleiter Viets. Die Gesamtschule werde zur Oberschule.