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| 16:10 Uhr

Personaleinsatz
Dahmer Bäder auf dem Prüfstand

Dahme. Verwaltung will Gutachten zum Personaleinsatz und eine weitere Stelle schaffen. Von Carmen Berg

Nach der Saison ist vor der Saison. Das gilt auch für die beiden Freibäder in der Kernstadt und im Ortsteil Wahlsdorf. Der lange Supersommer 2018 hat den Freizeiteinrichtungen einem Besucherboom beschert, zugleich aber auch die Grenzen der Belastbarkeit für die Mitarbeiter ins Blickfeld gerückt.

Allein mit den beiden bei der Stadt beschäftigten Rettungsschwimmern hätte der Betrieb in gewohntem Umfang nicht gewährleistet werden können, schätzt die Verwaltung ein. Dahme hatte Glück, profitierte vom Umbau der Lübbenauer Spreewelten. Von dort konnte für die Saison ein Facharbeiter für Bäderbetreibe ausgeliehen werden, zudem verstärkte zeitweilig ein Praktikant der Bundeswehr das Team. Für zukunftsfähige Lösungen aber sollen nun die Aufsichtssituation und der Personalbedarf in den beiden Bädern auf den Prüfstand.

Die Verwaltung schlägt vor, externe Gutachter zu beauftragen. Die Kosten könnten sich auf 14 000 Euro belaufen. „Das ist viel Geld und rückwärts gerechnet schon ein beachtlicher Teil des Jahresgehaltes für eine weitere Arbeitskraft“, gab Thomas Kuhl bei der Diskussion unlängst im Fachausschuss für freiwillige Einrichtungen zu bedenken.

Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) verteidigte vor dem Ausschuss die Idee. Für den Verwaltungschef, der erst seit Jahresbeginn im Amt ist, sei die Verantwortung für Freibäder Neuland, räumte er ein. Ihm gehe es darum, die Einhaltung rechtlicher Vorgaben abzusichern. Dafür alles Nötige aus Vorschriften und Richtlinien zusammenzutragen, könne die Verwaltung aus eigener Kraft nicht leisten, sagte er.

Neben dem Personalbedarf geht es auch um Belange der Arbeitsstättenverordnung wie Technik, Aufenthalts- und Sanitärräume für die Mitarbeiter. Der Amtsdirektor erinnerte an die Debatte um eine Teeküche. Ein Ziel der Untersuchung sei es zu erkennen, welche Investitionen in den nächsten Jahren nötig sind, so David Kaluza. Außerdem erhofft sich die Verwaltung vom Gutachten Aufschlüsse über eine effektivere Arbeitsorganisation. Auch dafür sei eine Betrachtung von außen sinnvoll, ergänzte der Verwaltungschef.

Viele Details verdienen das genauere Hinsehen, das machte die Diskussion im Ausschuss deutlich. Bauamtsleiterin Christina Denkel sprach unter anderem die Kassierung an, die im Wahlsdorfer Bad vom Rettungsschwimmer, der die Aufsicht führt, mit übernommen werde. Thomas Kuhl kritisierte die suboptimal weite Entfernung zwischen Badeingang und Kasse in Wahlsdorf. Kevin Kühne verspricht sich von den Experten Vorschläge zum möglichen Einsatz von Ticket-
automaten. Ausschuss-Vorsitzender Karsten Schmidt schlug vor, auch den Kooperationsgedanken mit anderen Bädern weiter zu verfolgen. „Hallenbäder sind im Sommer nicht so stark frequentiert. Dafür haben unsere Arbeitskräfte im Winter Zeit. Wir sollten sehen, ob da beim Austausch was möglich ist“, sagte er.

Tenor im Ausschuss: Eine Expertenbetrachtung der Gegebenheiten und Erfordernisse sei richtig. Von den Ergebnissen werde abhängen, was sich die Stadt für den Betrieb ihrer Bäder noch leisten kann, benannte Kevin Kühne den Knackpunkt. Das letzte Wort über das Gutachten haben in der kommenden Woche die Stadtverordneten.

Ihnen wird zudem ein Verwaltungsvorschlag vorliegen, für die Saison 2019 eine Vollzeitstelle für die städtischen Freibäder auszuschreiben, möglichst für einen Facharbeiter für Bäderbetriebe. „Unabhängig von den Ergebnissen des Gutachtens können zwei bei der Stadt angestellte Rettungsschwimmer für zwei Bäder schon rein rechnerisch nicht funktionieren“, sagte David Kaluza. „Schwimmbad-Fachkräfte sind wie Goldstaub, deshalb müssen wir uns rechtzeitig kümmern“, erklärte die zuständige Abteilungsleiterin Michelle Schlombach. Thomas Kuhl sah das genau so und ergänzte: „Um für Interessenten attraktiv zu sein, sollte die Stelle nicht befristet, sondern unbefristet vergeben werden.“