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| 15:57 Uhr

Neuer Träger?
Dahme diskutiert: Wie weiter mit dem Tourismus?

Das Rathaus ist eines der imposantesten Gebäude der Altstadt. Hier hat auch die Touristinformation ihren Sitz.
Das Rathaus ist eines der imposantesten Gebäude der Altstadt. Hier hat auch die Touristinformation ihren Sitz. FOTO: Dörthe Ziemer
Dahme. Übertragung auf das Amt ist Thema in den Gemeinden. Dafür wird aber mehr Personal gebraucht. Von Carmen Berg

Die Stadt will die Aufgabe des Tourismus zum 1. Januar 2019 auf das Amt übertragen. Dafür haben sich die Stadtverordneten unlängst ausgesprochen. Es werde formal nachvollzogen, was seit 1992 praktisch gelebt wird, sagte Amtsdirektor David Kaluza (parteilos). Mit dem Niederen Fläming hatte zuvor bereits eine amtsangehörige Gemeinde der Übertragung zugestimmt. In Dahmetal und Ihlow ist sie demnächst Thema der Gemeindevertretersitzungen.

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie es mit dem Tourismus weitergeht“, brachte Dahmes Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) die Brisanz auf den Punkt. Die personelle Besetzung der Touristinformation im Rathaus mit einer Dreiviertel Stelle, laut Verwaltungsvorlage 36 Wochenstunden, sei nicht befriedigend. Gebraucht würden drei Mitarbeiter, mindestens zwei Vollzeitkräfte, die dann alle Gemeinden des Amtes nutzen können, so Thomas Willweber. „Wir haben jede Menge zu bieten und dürfen die Chance nicht verpassen, uns als Amt gemeinsam zu vermarkten“, forderte er.

Vor der neuen Haushaltsrunde für 2019 soll klar sein, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Akut wird die Frage auch, weil die langjährige Touristikfrau im Rathaus im Frühjahr in den Ruhestand geht. Der Verwaltungschef kündigte einen Austausch mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern darüber an, welches Aufgabenpaket die Touristinformation künftig bewältigen soll. „Der Personalbestand folgt der Aufgabe“, setzte er Prioritäten.

Zur Rechtslage erläuterte der Amtsdirektor, dass für eine Übertragung des Tourismus auf das Amt mehrere Gemeinden zustimmen müssen, konkret mindestens zwei. Ziehen allerdings nicht alle mit, würde das zu einer differenzierten Umlage führen, die die Gemeinden an das Amt zahlen. „Wir werden darum kämpfen, das das nicht passiert“, sagte Bürgermeister Willweber.

Dahme hat in der Vergangenheit im Tourismus viele Erfolge zu verzeichnen, wurde in einer Auflistung in der Beschlussvorlage deutlich. Bereits 1995 wurde auf Beschluss des Amtsausschusses ein touristisches Entwicklungskonzept aufgestellt. Seit 2003 flossen mehrere Millionen Euro Fördergeld für den ländlichen Raum in die touristische Infrastruktur. 2008 gründete sich eine Arbeitsgemeinschaft „Dahme barrierefrei“ aus Touristikern und Unternehmern mit dem Ziel, Gäste mit Handicap für die Region zu interessieren. 2011 folgte der 1. Platz im Landeswettbewerb „Innenstadt – barrierefrei“.