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Dahme tanzt in den Fasching

Gekonnt schwangen die Dahmer "Zempermiezen" ihre Beine. Seit dem Jahr 1998 bereichern sie das Faschingsprogramm mit ihren einfallsreichen Choreografien.
Gekonnt schwangen die Dahmer "Zempermiezen" ihre Beine. Seit dem Jahr 1998 bereichern sie das Faschingsprogramm mit ihren einfallsreichen Choreografien. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Dahme. Das fröhliche Faschingstreiben begann mit dem zünftigen Einmarsch des Spielmannszuges, gefolgt von den Funken und den zwei historischen Gestalten – Nachtwächter Hermann Schmidt und Frau Böhr alias Gerhard Nowaczyk und Monika Petras. Mit ihren launigen Begrüßungsreden brachten sie das bunt kostümierte Völkchen in Stimmung. Birgit Keilbach / bkh1

Rund 60 Akteure sorgten am Samstag vor und hinter den Kulissen für eine ausgelassene Faschingsnacht.

Fröhlich klatschten, schunkelten und sangen die Partygäste an ihren Tischen in der Feierhalle. Deren sonst nüchtern-sportliche Ausstrahlung hatten zahlreiche geschickte Hände mit viel Liebe zum Detail hinter der gelungenen Dekoration verschwinden lassen. Perfekte Kulisse für die Funken, die tanzend ins Szene setzten, dass "Marmor, Stein und Eisen bricht - aber unsere Liebe nicht." Und wenn doch, dann gibt's ja noch die Partnervermittlung. Alfred und Richard widmeten sich diesem Thema beim schäumenden Gerstensaft, strapazierten mit ihren Pointen erst das Zwerchfell der Zuhörer und gaben ihnen dann eine Aufgabe. Denn bei Elite-Partnern ist schließlich Bildung gefragt. Ach was: "Geld regiert die Welt" verkündete Monika Petras in der Bütt und erzählte launig, was Regierende und Banker so machen mit den vielen Euronen, von dem stets zu wenige auf dem eigenen Konto wohnen. "Da hilft nur ein Banküberfall" - doch kein zweites Mal in Dahme, wie sie ihn vor einem Jahr erlebte. "Wenn die noch einmal vor mir steh'n, dann soll es ihnen schlecht ergeh'n" schickte die Dahmenserin ihre Botschaft aus. Mit Kickboxen und Karate sei sie bestens vorbereitet.

Die ewige Schlange vor dem Damenklo thematisierten "Melitta und ihre singenden Zwerge", die ihre Ballade mit vielen pointierten Lebensweisheiten würzten. Seit zehn Jahren bereichern die Sänger unter Leitung von Melitta Hausmann schon den Dahmer Fasching. "Angefangen hat es mit einem Lied, das wir 2007 für ein Märchenprogramm der Zempermiezen sangen", blickt Manfred Radan zurück. Jedes Jahr wählen sie sich ein neues Stimmungslied aus. "Dazu schreiben wir einen neuen Text, der speziell auf Dahme zugeschnitten wird", sagt Melitta Hausmann. Mit kräftigem Beifall bekundete das Publikum, dass sie einmal mehr den Nerv ihrer Zuhörer getroffen hatten.

Das gelang auch den Fläming da(h)men mit ihrer phantasievollen und witzigen Rumpelstilzchen-Inszenierung. Herrlich komödiantisch entlockten die Akteure dem Publikum eine Lachsalve nach der anderen. Als der reitende Bote auf Namenssuche den Kobold per Handyanruf überrumpelte, jubelte der Saal.

In eine Senioren-Wohngruppe hatte sich das Männerballett diesmal verwandelt und trieb mit Pfleger Sven Sparsamkeit auf die karnevalistische Spitze. Fix und fertig "gewaschen" rockten sie dann "Beinhart" mit ihren Fahrradlenkern durch die Halle.

Ein echter Stimmungsgarant und seit der Neuauflage des Dahmer Faschings 1998 dabei sind die "Zempermiezen". Als flotte Sekretärinnen schwangen sie diesmal ihre Beine und heizten dem Publikum noch einmal so richtig ein.

"Der Fasching war wieder sehr unterhaltsam", resümierte Olaf Siebert, der mit seiner Frau jedes Jahr dabei ist. Seit vielen Jahren kommt auch Heiko Diehsner aus Walddrehna nach Dahme. "Das Programm ist immer sehr schön und es macht Spaß, mit den Freunden zu feiern."

Viel Arbeit stecke in dem locker-leichten und unterhaltsamen Programm, "und wir sollten dankbar sein, dass sich so viele Leute finden, um es vorzubereiten und zu gestalten", merkte Adrienne Dreizehner an. Es sei erneut hervorragend gelungen. Zudem freute sich die Dahmenserin darüber, dass alle Gäste sich schön kostümierten "und es ist schön, dass jetzt auch viele junge Leute dabei sind."