Auf 84 Kilometern will der Landkreis Dahme-Spreewald eine Radlerpiste abseits der Haupttrassen bauen. Vier Abschnitte führen durch das Amt Golßener Land. Vermessung und Trassenführung sind schon vor Monaten gelaufen. Im September des Vorjahres informierte Adelheid Hallau den Amtsausschuss des Amtes Golßener Land über das Projekt. Jetzt sagte die Fachgebietsleiterin des kreislichen Bauamtes der RUNDSCHAU: „Die Mehrfachnutzung der geplanten Trasse bereitet uns nach wie vor Bauchschmerzen. Die Finanzierung ist völlig offen. Derzeit werden die Fronten geklärt.“

Zur Förderung beantragt
Auf den geplanten Abschnitten bewegen sich auch forst- und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Für deren Technik ist der Radwanderweg zu schmal. Für eine Mehrfachnutzung würde mindestens drei Meter Breite benötigt, um die Bankette nicht zu zerstören. Laut Fachfrau wird der Radweg aber nur auf einer Breite von 2,50 Metern gefördert, der Rest ist Sache der Kommunen. Deshalb stellte die Golßener Verwaltung Ende 2004 einen Antrag auf Förderung über die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE).
„Ohne diese Mittel können wir unsere zusätzlichen 80 Zentimeter nicht finanzieren“ , erklärte Bürgermeister Hartmut Laubisch zur jüngsten Stadtverordnetensitzung auf Bürgeranfrage. „Ganz einfach wird das mit den Fördermitteln nicht, da es eine Doppelförderung des Radweges nicht geben soll“ , sagt Hallau. Sie verweist darauf, dass der Kreis seinen Anteil ebenfalls gefördert bekommt und versichert: „Wir arbeiten fieberhaft an einer Lösung, wollen den Radweg unbedingt und möglichst rasch auch im Süden des Kreises bauen.“
Sollte Golßen den zusätzlichen Teil gefördert bekommen und damit bauen können, würden Grundstückseigentümer entlang der entsprechenden Trasse anteilig an diesen Kosten beteiligt, nicht jedoch für die geplante Breite des Kreises zur Kasse gebeten. Ein paralleler Radweg neben der asphaltierten Straße zwischen Sagritz und der Kanow-Mühle ist laut Hallau nicht vorgesehen. „Wir nutzen dort natürlich die vorhandene Straße“ , sagt sie und entkräftet damit bisherige Vermutungen.
Im Amt Golßener Land führt der Dahme-Radwanderweg von Kümmritz über Krossen, Sagritz, Kanow-Mühle, Golßen, Prierow nach Friedrichshof. Damit wäre das Amt Golßener Land an das Radwegenetz benachbarter Regionen angeschlossen, wovon man sich eine touristische Belebung der Region erhofft. Bis an die Bahn bei Kümmritz führt die Fläming-Skate. Von Friedrichshof aus gibt es einen Radwegeanschluss in das Museumsdorf Baruther Glashütte und von dort weiter in Richtung Fläming. Der Dahme-Radwanderweg ist teilweise identisch mit dem Gurken-Radwanderweg.

Zeitplan völlig offen
Bis Ende 2004 sollte die Ausführungsplanung für die Abschnitte im Amt Golßener Land stehen, Baubeginn war für März/April 2005 geplant. „Derzeit ist der Zeitplan völlig offen“ , sagt Adelheid Hallau. An der geplanten Trassenführung halte der Landkreis aber nach wie vor fest. Ein entsprechender Plan könne beim Bauamt im Golßener Rathaus eingesehen werden.