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| 16:19 Uhr

Abgehängt?
Schneller nach Berlin: Dahme macht Druck

Reisende und Pendler nach Berlin fühlen sich abgehängt.
Reisende und Pendler nach Berlin fühlen sich abgehängt. FOTO: dpa / A3397 Gero Breloer
Dahme. Bürgerinitiative fordert vom Kreistag Teltow-Fläming klare Position zum RE 5.

 Im Vorfeld der ersten Kreistagssitzung von Teltow-Fläming nach der Sommerpause fordert die Initiative „Bessere Infrastruktur für Dahme und Umgebung“ (IBI) von der lokalen Politik eine klare Positionierung zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im Osten des Landkreises.

Wie berichtet, geht es im Kern um die schlechte Anbindung nach Berlin über die Regionalbahnstrecke RE 5. Die IBI teilt die Kritik daran mit Bürgern aus dem Golßener Land, deren Unmut beim RUNDSCHAU-Stammtisch in Drahnsdorf Ende vergangenen Jahres deutlich zum Ausdruck kam. Die Initiative im  Raum Dahme ist aus der Bürgerinitiative „Pro Bahnhof Drahnsdorf“ im Dahme-Spreewald-Kreis hervorgegangen. Beide arbeiten nach eigenen Angaben eng zusammen.

„Mit vier Bürgermeistern und dem Amtsdirektor des Amtes Dahme/Mark haben wir schon im Juni konkrete Vorschläge gemacht, wie die Anbindung auf der Regionalbahnlinie 5 verbessert werden kann und den Kreistag gebeten, sich klar zu äußern“, sagt Heinrich Kahlbaum von der IBI in Teltow-Fläming. Zu den Vorschlägen gehören unter anderem die laut einem Gutachten technisch mögliche Verkürzung der Fahrzeit nach Berlin und eine höhere Taktzahl der Züge, speziell für den Berufsverkehr. „Wir brauchen dringend eine bessere Verkehrsanbindung,  um unsere Region attraktiver zu machen – für Pendler, Tourismus und Wirtschaft“, erklärt Dr. Joachim Klewes, ebenfalls von der Initiative. Er wehrt sich dagegen, dass die Region „systematisch vernachlässigt“ wird. So werde sie im Landesentwicklungsplan von vielen Entwicklungen abgekoppelt – nicht nur beim Verkehr, sagt er.

Kleine Verbesserungen dürfen nicht Jahrzehnte dauern, fordert die IBI. Sie wendet sich unter anderem gegen die Argumentation, dass die langfristigen Verträge der öffentlichen Hand mit den Verkehrsträgern wie  VBB, Bahn, Odeg schnellere Veränderungen, zum Beispiel im Fahrplan, verhindern. „Wo sind kreative und technisch innovative Vorschläge von Verwaltung und Politik, mit denen signalisiert werden könnte, dass sich etwas bewegt?“ fragt die Dahmer Ärztin Steffi Ring, die ebenfalls bei der IBI mitwirkt.

Sie macht sich auch Sorgen um absehbare Engpässe in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Menschen in ihrer Heimat. „Verbesserungen kommen hier nicht allein durch Lösungen wie gelegentliche Facharztsprechstunden. Vielmehr muss die Region für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiver werden“, so Steffi Ring.  Damit schließt sich für sie der Kreis zu den Infrastrukturfragen, die die Initiative aufgreifen will: Verkehr, Breitbandausbau, Gesundheit, Pflege und Bildung.

Nähere Infos für interessierte Bürger, die sich engagieren möchten, gibt es unter anderem  bei Steffi Ring, IBI, Telefon 0151 18317038, Mail: st-ring@gmx.de, oder bei Andrea Weigt, „Pro Bahnhof Drahnsdorf“, Telefon 0176 47165041, Mail: andreaweigt@gmail.com.