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| 18:04 Uhr

Bürger fühlen sich abgehängt
Dahmer Land fordert: Schneller nach Berlin

Für eine bessere Zuganbindung nach berlin kämpfen auch die Dahmenser.
Für eine bessere Zuganbindung nach berlin kämpfen auch die Dahmenser. FOTO: Jens Trenkler
Dahme/Luckenwalde. Bürger und Gemeindechefs schicken einen dringenden Hilferuf an den Kreistag Teltow-Fläming.

Für eine schnellere Bahnanbindung der Region an Berlin kämpfen nicht nur die Anrainer in Golßen, Drahnsdorf, Golßen und Heideblick. Druck kommt auch aus dem Dahmer Land. Initiiert von einer Bürgerinitiative (BI) haben sich die Bürgermeister der Gemeinden des Amtes Dahme mit einem Schreiben an die Fraktionen des Kreistages Teltow-Fläming mit Ausnahme der AfD gewandt. Sie fordern  das Gremium auf, sich per Kreistags-Beschluss für eine Verbesserung des Regionalverkehrs RE 5 einzusetzen.

Im Kern geht es darum, dass die Züge statt im Zwei-Stunden-Takt stündlich verkehren und sich die Reisezeit verkürzt.

Dem Schreiben ist ein Gutachten der ÖPNV-intakt vom Dezember 2017 beigefügt, das technische Möglichkeiten dafür aufzeigt.  An Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) ergeht die Forderung, der Erklärung der Bürgermeister beizutreten, ihren Einfluss im Aufsichtsrat und in anderen Gremien des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) sowie gegenüber dem Infrastrukturministerium des Landes im Sinne des Beschlusses geltend zu machen. Die Verbesserung der Verkehrsanbindung für den Osten des Kreises müsse im Brandenburger Landesentwicklungsplan verankert werden, heißt es.

„Die Menschen im Dahmer Land verfügen – etwa im Unterschied zur Bevölkerung im Raum Jüterbog oder Luckenwalde – über keine Alternative im Zugverkehr. Sie sind auf häufige und schnelle Verbindungen nach Berlin und nach Dresden angewiesen“, so die Begründung. Bislang müssen Dahmenser die deutlich weiter entfernten Parallelstrecken des RE 2 mit Zustieg in Brand oder des RE 4 in Jüterbog nutzen oder gleich auf das Auto umsteigen.

„Ein erster Schritt wäre es, wenn die ohnehin auf der Strecke fahrenden Züge an den bislang vernachlässigten Bahnhöfen wie Drahnsdorf stündlich halten würden“, heißt es. Zur Reisezeit vergleichen die Einsender, dass aktuell die schnellste Verbindung von Brand (Dahme-Spreewald) bis Berlin-Hauptbahnhof 50 Minuten beträgt, von Drahnsdorf 81 Minuten.

Das Dahmer Land brauche dringend eine deutlich verbesserte Infrastruktur, hebt Steffi Ring von der BI gegenüber der RUNDSCHAU hervor. Die Bevölkerung schrumpfe und überaltere. Die Region habe aktuell und perspektivisch „ein massives Problem vor allem im Bereich der medizinischen und pflegerischen Infrastruktur, der Verkehrswege und der Bildung“. Die Unzufriedenheit der Bürger wachse, so die Unterzeichner.

Das Land Brandenburg schreibt aktuell den Landesnahverkehrsplan (Schienenpersonennahverkehr) fort und prüft das Angebot auf der Görlitzer und Dresdner Bahn.