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| 15:17 Uhr

Trägerwechsel wird diskutiert
Geht Dahmer Grundschulezurück an die Stadt?

Dahme. Mehrheit der Abgeordneten kann sich das vorstellen.

Der Grundschule könnte womöglich wieder in Trägerschaft der Stadt übergehen. Entsprechende Signale gab es während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Momentan ist das Amt Dahme Träger. Nachdem die zuständige Sachgebietsleiterin der Verwaltung, Michelle Schlombach, über den aktuellen Sachstand an Grund- und Oberschule informiert hatte, konnten sich eine Reihe Diskussionsredner eine Rücknahme der Grundschule in städtische Hand vorstellen.

Kommunen als Träger von Grundschulen sind vielerorts üblich, so beispielsweise in Luckau oder Jüterbog. In Dahme hatten sich 1997 die damals zum Amt gehörigen Kommunen entschlossen, gemeinsam die Verantwortung zu tragen. Die von den Gemeinden pro Schulkind an den Träger zu zahlende Schul-
umlage ist seither Bestandteil der Amtsumlage, was die Abrechnung vereinfacht.

Die Amtsverwaltung kümmert sich um alle organisatorischen und finanziellen Fragen, die den Schulbetrieb betreffen.

Dass das Thema Trägerschaft nach mehr als 20 Jahren wieder auf der Tagesordnung steht, ist dem Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt zu Jahresbeginn geschuldet. Der Niedere Fläming ist Träger der Grundschule in Werbig. Damit geht das bisherige Umlagemodell nicht mehr auf. Soll heißen: Bleibt die Dahmer Grundschule beim Amt, müsste die Amtsumlage für die Gemeinden des Alt-Amtes höher ausfallen als für den Niederen Fläming. Zudem fürchten Dahmenser, die neue Gemeinde könnte über den Amtsausschuss Einfluss auf Angelegenheiten der Dahmer Schule nehmen. In Diskussionsbeiträgen fällt immer wieder die Forderung, Entscheidungen zur Schule besser „in eigener Hoheit“ zu behalten.

Für den Trägerwechsel spricht, dass drei Viertel der Kinder an der Grundsschule aus Dahme kommen. Doch es gibt auch mahnende Stimmen. So sagte Jörg-Martin Bächmenn (Die Linke): „Es hatte Gründe, dass die Stadt ihre Schulen abgegeben hat.“ So habe beispielsweise der Erhalt der Turnhallen, die auch andere nutzten, sowie der Schulspeisung die finanziell gebeutelte Stadt überfordert.

Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) schlug vor, die Sommerpause zu nutzen, um sich in Ruhe mit dem Zahlen- und Faktenmaterial aus der Fachabteilung zu befassen und erst danach das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Einen Standpunkt müssen sich die Parlamentarier dann auch für die Oberschule bilden, die seit dem Jahr 2000 ebenfalls in Amtsträgerschaft ist. Aufgrund der Schülerschaft, die aus einem weit verstreuten Gebiet kommt und einer anderen Finanzierungsstruktur sehen die Abgeordneten hier eine Rückführung an die Stadt als weniger sinnvoll an. Eine Oberschule gibt es in im Niederen Fläming nicht.

Die Entwicklung der Schülerzahlen wird vom Fachamt für beide Dahmer Bildungseinrichtungen als stabil eingeschätzt. Einen möglichen Trägerwechsel müsste die Stadt beim Amtsausschuss beantagen. Alle Gemeindeparlamente im Amt müssten zustimmen.