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Dahme bleibt Oldtimer-Mekka

Das älteste zugelassene Motorrad im Land Brandenburg, eine Dürrkopp mit dem Baujahr 1902, Besitzer Udo Müller (Mitte), war eine Attraktion.
Das älteste zugelassene Motorrad im Land Brandenburg, eine Dürrkopp mit dem Baujahr 1902, Besitzer Udo Müller (Mitte), war eine Attraktion. FOTO: bkh1
Dahme. Der Ottma, wie das Großereignis für Oldtimerfans und Trödelfreunde kurz genannt wird, ist in diesem Jahr wieder ein Stück gewachsen. Für die Fahrzeugausstellung kam ein weiteres Stück Schlosspark-Wiese hinzu. Birgit Keilbach / bkh1

Die Fläche für die Motorrad-Ausstellung vor dem Kavalierhaus ist bis zur Schlossmauer ausgelastet. "Das ist hier ganz schön groß geworden", fand Michael Süpple, der vor einigen Jahren schon einmal den Dahmer Oldtimer-Treff besuchte, "um zu gucken, wie das hier so abläuft." Für ihn lief es zufriedenstellend. So kam er am Sonntag mit seinem Wartburg 313 aus Brinnis bei Delitzsch und weiteren Oldtimerfreunden in die Flämingstadt. "Es hat sich gelohnt mitzufahren", sagte seine Frau Simone. "Es sind viele schöne Vorkriegsmodelle zu sehen, und das Angebot auf dem Trödelmarkt ist enorm."

Volkmar Lange aus Ottendorf-Okrilla war überwältigt von der Fülle an historischen Fahrzeugen. "Das ist gigantisch, einfach riesengroß und auch für die Frauen und Kinder ist etwas dabei." Der Technikfan aus Sachsen hatte ein ganz besonderes E-Bike mitgebracht. Selbst entworfen und nach dem eigenen Geschmack gebaut. Edel der Anblick mit viel goldenem Glanz und echtem Leder. Drei Jahre habe er mit einem Freund an dem Stück gebaut. "Seit August 2014 ist es fertig und inzwischen bin ich schon 7000 Kilometer damit gefahren", erzählte Volkmar Lange.

In der Motorradabteilung vor dem Kavalierhaus kamen die Jawa-Freunde ins Fachsimpeln. "Es war das Kultmotorrad in der DDR", erzählte Burghard Fried aus Zossen. Günter Kischka aus Göritz bei Vetschau hatte in ihm einen fachkundigen Gesprächspartner gefunden. "An dem Motorrad kann man alles selber machen", beschrieb er den Reiz daran. Die Jawa-Interessengemeinschaft aus Zossen und Umgebung war zum wiederholten Male mit diesmal sechs Motorrädern angereist. "Dahme ist immer ein Highlight für uns, wegen der Vielfalt an Fahrzeugen und Teile-Händlern", sagte Karl-Heinz Schulze. Denn sonst müssten sie nach Tschechien fahren. Dort gebe es noch neue Teile für die historischen Motorräder. Eine weitere Gemeinschaft sind die AWO-Liebhaber. Mit 14 Maschinen waren Mitglieder der Interessengruppe aus dem nahe gelegenen Buckow angereist. "Das Fahrgefühl ist etwas Besonderes und der Motor schon von weitem zu hören", beschrieben Mario Walter und René Lerke die Faszination dieser Zweiräder. Beim Ottma träfen sie viele Gleichgesinnte. "Und wir laden sie zu unserem AWO-Treffen am letzten August-Wochenende im Volksbad Buckow ein."

Ein ganz besonderes Exemplar zeigte der Werderaner Udo Müller: Eine "Dürkopp", Baujahr 1902. Mit wie viel Liebe zum Detail er das Motorrad wieder aufgebaut hatte, erfuhren die Besucher, als er es auf der Rampe nahe dem Kornspeicher präsentierte. Diese kleine Bühne hatte der Luckauer Gerüstbaufirma-Inhaber Andreas Schulz erstmals für das Nostalgie-Treffen in Dahme aufgebaut. Moderator Edgar Germersdorf stellte dort noch viele weitere Fahrzeuge vor, zu denen jeder Besitzer seine ganz persönliche Geschichte erzählte. "Diese Rampe ist eine große Bereicherung, weil sie die direkte Präsentation für ein größeres Publikum ermöglicht. Das kam bei den Besuchern gut an", schätzte Co-Moderatorin Jutta Dzielak ein. Wie sehr die Atmosphäre auf dem großen Treffen von Gegenseitigkeit geprägt ist, machte sie an einem Beispiel deutlich. Ein kleiner Junge hatte seine Mutter aus den Augen verloren. "Es halfen viele Besucher kräftig mit beim Suchen und so dauerte es nicht lange, bis Mutter und Sohn wieder vereint waren", erzählte Jutta Dzielak.

Zum Thema:
492 PKW, 364 Zweiräder sowie 52 Nutzfahrzeuge und Traktoren wurden vom Organisationsteam zwischen 9 und 15 Uhr gezählt. Mehr als 300 Teile- und Trödelhändler präsentierten ihre Angebote im Schlosspark. Die Besucherzahl entsprach laut Organisationschef Marco Dastig vom Feuerwehr- und Technikverein Dahme den Vorjahren, als rund 8000 Menschen den Ottma im Laufe des Tages besuchten. Mehr als 60 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Geschehens, das Sponsoren aus der Region finanziell und kooperativ unterstützten.