ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:41 Uhr

Jubiläum der Kulturkirche
Da schlägt Luckaus kulturelles Herz

Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (l.) eröffnete die Jubiläumsausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Kulturkirche. Sein Vorgänger Harry Müller (r.) blickte auf die mit dem Umbau des früheren Gefängnisareals verbundenen Herausforderungen zurück.
Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (l.) eröffnete die Jubiläumsausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Kulturkirche. Sein Vorgänger Harry Müller (r.) blickte auf die mit dem Umbau des früheren Gefängnisareals verbundenen Herausforderungen zurück. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Vor zehn Jahren wurde die Kulturkirche als erstes Objekt mit neuer Bestimmung eingeweiht. Von Birgit Keilbach

Mit der Umgestaltung des denkmalgeschützten Komplexes der früheren Justizvollzugsanstalt ist Luckau etwas Besonderes gelungen. „Das findet auch international große Anerkennung. Deutlich größere Städte in Europa schauen auf Luckau“, sagte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Kulturkirche am Samstag. Unter dem Motto „Kloster, Knast, Kultur“ bietet sie einen Rückblick auf die lange Nutzungsgeschichte des Areals vom 1291 gegründeten Dominikanerkloster, den Wandel zum Zucht- und Armenhaus und späteren Gefängnis bis 2005. Danach stand die Stadt vor der Herausforderung, dieser bisher von Mauern und Stacheldraht umgebenen „verbotenen Stadt“ neues Leben einzuhauchen.

Luckaus damaliger Bürgermeister Harry Müller erinnert sich noch gut daran, dass ihm der damalige Brandenburgische Finanzminister Rainer Speer sagte: „Ich würde es Dir schenken, aber Müller: Wenn ick Du wäre, würde ich es nicht nehmen.“ Luckau übernahm den denkmalgeschützten Komplex mit Isoliergefängnis, zum Gefängnis umgebauter Klosterkirche, Verwaltungsgebäude, Wach- und Torhaus, Wirtschaftsgebäude und Betsaal sowie der Klostermauer dennoch und verwirklichte eine Vision: Daraus einen Museums- und Kulturstandort für die Stadt zu schaffen.

Harry Müller hatte mit dem damaligen Bauamtsleiter Fritz Frenzel einen Mann an seiner Seite, der die Vision mit Tatkraft und kaufmännischem Geschick Stück für Stück Realität werden ließ. „Fritz Frenzel war die Lokomotive dieses Umbauzuges, ohne ihn hätte ich diesen Mut wahrscheinlich nicht gehabt“, sagt Harry Müller über den bereits verstorbenen ehemaligen Bauamtsleiters. Er habe es verstanden, die verschiedenen Förderprogramme klug zu verknüpfen, denn eine Bedingung der Stadtverordneten sei gewesen, dass Luckau für das Umbauvorhaben kein Darlehen aufnehmen werde. Wort gehalten habe auch das Land, sowohl Finanzminister Rainer Speer, der Abteilungsleiter für Städtebau, Jürgen Schweinberger, sowie die damalige Kulturministerin Johanna Wanka. Sie hätten für den Zufluss der Fördermittel gesorgt. „Die Mehrzahl davon waren EU-Mittel, die sonst wieder in Brüssel gelandet wären“, erläuterte Harry Müller.

Rückblickend habe Luckau den Umbau der denkmalgeschützten Gebäude zu Kulturkirche, Kita Gottessegen, Indoor-Spielplatz und Kreisarchiv mit einer Förderquote von mehr als 90 Prozent realisieren können. Das Auftragsvolumen habe rund zehn Millionen Euro betragen. „Und diese sind überwiegend in der heimischen Wirtschaft geblieben“, betonte Harry Müller. Zudem sei es gelungen, mit dem Neubau der JVA in Duben auch die Arbeitsplätze für die Angestellten zu erhalten, so Gerald Lehmann.

Sie sei nicht skeptisch gewesen, „irgendetwas musste doch mit dem Gelände passieren“, blickte die Stadtverordnete Ursula Rothe (Die Linke) zurück. Die Skeptiker hätten vor allem die Folgekosten im Blick gehabt. „Ein kulturelles Angebot ist immer ein Zuschussgeschäft und wird sich nicht von allein tragen. Es ist aber ein Faktor, der Luckau als künftiges Mittelzentrum für die Menschen in der Stadt und im Umland attraktiv macht“, betonte sie. Und mit der Übernahme der Bibliothek durch die Ninnemann-Stiftung sei für Luckau ein großer Schatz erhalten geblieben.

„Heute schlägt hier das kulturelle Herz der Stadt“, resümierte Gerald Lehmann. Vereine haben hier eine neue Heimat, im Klostersaal sind regelmäßig Weltklasse-Musiker zu erleben. Und das Niederlausitz-Museum präsentiert lokale und regionale Geschichte in moderner Ausstattung.