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| 02:34 Uhr

Cottbus: einstimmig für den Spreewaldtunnel

Joachim Schreck (r.) verfolgt die Sondersitzung im Protest-T-Shirt. Darauf steht: "Für den Erhalt des Spreewaldtunnels." Unterstützt wurde er von vielen Eisenbahnern, darunter Heinz-Gerd Kretschmer. Foto: pk
Joachim Schreck (r.) verfolgt die Sondersitzung im Protest-T-Shirt. Darauf steht: "Für den Erhalt des Spreewaldtunnels." Unterstützt wurde er von vielen Eisenbahnern, darunter Heinz-Gerd Kretschmer. Foto: pk FOTO: pk
Cottbus. Das Cottbuser Stadtparlament hat am Mittwochabend den Weg für einen neuen Spreewaldtunnel freigemacht. Während der Sondersitzung zeigte sich aber auch Skepsis – denn die Kosten für die Stadt sind noch nicht absehbar. Peggy Kompalla

Mit dem neuen Beschluss zum Spreewaldtunnel verpflichtet sich die Stadt 340 000 Euro an die Deutsche Bahn zu überweisen. Das ist der Anteil für Planung und Bau des Personentunnels von Gleis 6 bis 10. Denn diesen Abschnitt will die Bahn nun auf die nötige Breite von 9,60 Meter erweitern, damit sich dort ein neuer Spreewaldtunnel anschließen kann.

Diese Aufgabe liegt unterdessen allein in der Hand der Stadt. Pläne gibt es bislang keine, nur Kostenschätzungen und den Auftrag an den Oberbürgermeister, mit dem Land Brandenburg über Fördergeld zu verhandeln. Die Aufwendungen für die Tunnelverlängerung von Gleis 10 in Richtung Norden werden mit fünf Millionen Euro beziffert. Das ist das Doppelte alter Angaben. Genau das scheint einigen Abgeordneten aufzustoßen.

So meldete sich Denis Kettlitz (SPD) zu Wort: "Ich habe einige Bauchschmerzen. Wer kann denn garantieren, dass wir wirklich nur zehn Prozent Eigenanteil an den Kosten tragen müssen und nicht doch die Hälfte, schließlich werden die Fördermittel immer knapper." Dagegen plädierte Ulrich Schur (Linke) für mehr Mut. "Wir müssen sagen, was wir für die Stadt brauchen und wollen. Dann wird es auch Mittel und Wege geben."

Diese Steilvorlage nahm Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) gern auf und erinnerte an den Ausbau der Bahnstrecke nach Berlin auf 160 km/h. "Da hat auch keiner mehr dran geglaubt und plötzlich war das Geld da und es wurde gebaut." Deshalb betonte er nochmals: "Es ist wichtig, uns jetzt zu entscheiden, auch mit dem Risiko, dass damit verbunden ist."

Dieser Appell war nicht notwendig, gingen doch alle Arme der Abgeordneten beim Ja nach oben.

"Das ist ein schönes Ergebnis", sagte Wolfgang Bialas (CDU) und schob hinterher: "Der Dank gilt allen Beteiligten." Der richtete sich insbesondere auch an Joachim Schreck, der 3600 Unterschriften zum Erhalt des Spreewaldtunnels gesammelt hatte.