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Commerzbank wieder geöffnet

Groß war das Interesse der Kunden und Besucher, sich in der wieder eröffneten Commerzbank-Filiale in Luckau umzuschauen und mit Filialleiter André Müller (3.v.r.) und seinen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen.
Groß war das Interesse der Kunden und Besucher, sich in der wieder eröffneten Commerzbank-Filiale in Luckau umzuschauen und mit Filialleiter André Müller (3.v.r.) und seinen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Mit einem Tag der offenen Tür haben die Mitarbeiter der Luckauer Commerzbank-Filiale am Montag Kunden und Besucher in den wieder hergerichteten Geschäftsräumen begrüßt. "Es war ein Desaster. Birgit Keilbach

Die Tresortür lag direkt vor den Sozialräumen", veranschaulichte Oliver Richter die zerstörende Wucht der Explosion, die noch immer unbekannte Täter bei der Sprengung des Geldautomaten vor vier Monaten ausgelöst hatten. "Doch wir sind und bleiben hier vor Ort für Sie", betonte der stellvertretende Niederlassungsleiter für die Region Cottbus. Seit Montag bietet die Commerzbank in Luckau wieder ihr komplettes Dienstleistungs- und Beratungsspektrum an.

Darüber sind die Kunden des Geldinstituts aus Luckau und Umgebung froh. Zahlreich kamen sie gestern, schauten sich in der wieder schmuck hergerichteten Filiale um und nutzten die Gelegenheit zum Gespräch mit den Bankangestellten. "Die Räume sind wieder schön geworden und auch die Ansprechpartner sind alle noch da. Das ist das Wichtigste", sagte Silvia Bredernitz. Die Rosenthalerin ist seit 20 Jahren hier Kundin, "schon vorher, als das noch die Dresdner Bank war", erzählte sie. Da sie arbeitsmäßig auch viel nach Lübben fährt, habe sie die Schließzeit in Luckau gut überbrücken können. "Wir hoffen, dass es zum letzten Mal passiert ist, und die Banden bald gefasst werden, die immer wieder Automaten sprengen", ergänzte ihr Mann Wolfgang.

Das Ausmaß der Zerstörung sei enorm gewesen, auch die Sozialräume im hinteren Bereich seien betroffen gewesen, erläuterte Filialleiter André Müller. Er dankte den Mitarbeiterinnen und weiteren Helfern für das Engagement während der Sanierung und den Kunden für ihr Verständnis. Übergangsweise wurden die Bankgeschäfte in das erste Obergeschoss des Gebäudes verlagert. Geld abheben mussten die Kunden allerdings andernorts oder an Automaten anderer Banken. Die Gebühren dafür bekamen sie laut Müller erstattet.

"Wir haben sehr viel Geld in neue, moderne Technik investiert, um das Ausmaß der Schäden durch Sprengversuche in Zukunft möglichst gering zu halten", sagte der Filialleiter. Im Zuge der Sanierung ist der Eingangsbereich mit der Selbstbedienungszone deutlich vergrößert worden. Damit hätten die Kunden nun mehr Platz zwischen den einzelnen Geräten und mehr Diskretion. Das fiel Helga Drößigk gleich beim Betreten der Filiale am Montag auf: "Es ist jetzt viel mehr Platz. Man kann in Ruhe einzahlen, Geld holen und Kontoauszüge drucken, ohne dass einem dabei jemand über die Schulter schauen kann." Die Luckauerin arbeitete früher selbst in einer Bank und freut sich für ihre ehemaligen Kolleginnen, "dass sie ihren Arbeitsplatz hier in Luckau behalten haben".

Luckaus Kämmerer Thomas Rohr begrüßte die Entscheidung der Commerzbank, am Standort in Luckau festzuhalten. "Möge es eine sichere Bank sein, und Ihnen in der Zukunft solche Übergriffe erspart bleiben", wünschte er den fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn es sei auch für die Stadt wichtig, dass die vorhandene Vielfalt der Banken erhalten bleibt.

Zum Thema:
Die Luckauer Commerzbank war am 10. November 2016 Ziel eines Anschlages geworden, bei dem die komplette Filiale zerstört wurde. Es war der zweite Überfall innerhalb von zwei Jahren. In der Nacht zum 30. November 2014 war der Geldautomat gesprengt und dadurch der Eingang völlig verwüstet worden. Die Explosion hatte nicht nur die Geräte in der SB-Zone zerstört, sondern auch im Vorraum selbst und am Eingang Schäden verursacht. Damals konnte die Filiale jedoch nach kurzer Schließzeit noch im Dezember ihren Betrieb wieder aufnehmen.