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Chance für die Luckauer Schanze

Der denkmalgeschützte Wasserturm braucht ein neues Dach. Auch der Eingang ist marode.
Der denkmalgeschützte Wasserturm braucht ein neues Dach. Auch der Eingang ist marode. FOTO: be
Luckau. Die Schanze ist geschichtsträchtiger Boden. 1813 nutzten die Preußen im Gefecht gegen Napoleons Truppen den ehemaligen Windmühlenberg als Befestigungsanlage und zogen einen Graben darum. Carmen Berg

Später gingen die Luckauer auf den bewaldeten Hügeln spazieren, auch so mancher Crosslauf wurde auf der Schanze ausgetragen. Im Winter sausten die Kinder auf Schlitten den Berg hinab.

Gerodelt wird noch immer, insgesamt aber hat die grüne Oase viel vom einstigen Charme verloren. Wege sind zum Teil überwuchert, ausgespült oder durch frei liegende Wurzeln gefährlich geworden. Am denkmalgeschützten Wasserturm auf dem Schanzberg ist das Dach verschlissen, die Eingangsstufen sind verwittert.

Die Schanze könnte wieder zum attraktiven Begegnungsort für die Luckauer werden, wenn die Stadt Geld in einem Programm bekommt, das soziale Integration im Quartier fördern soll. Bund und Land stellen in diesem Programm 7,3 Millionen Euro bereit. So erhalten Kommunen die Möglichkeit, ein Quartier für das gute Zusammenleben aller Bewohner, unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Religion, zu entwickeln. In Luckau biete sich die Schanze mit ihrem Umfeld dafür an, sagte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) kürzlich vor den Stadtverordneten.

In Nachbarschaft der Wallanlage bestehen zwei große Wohngebiete, wo in den Blöcken viele Senioren, aber beispielsweise auch Migranten leben. Zudem grenzen an die Schanze ein neuer Eigenheimkomplex, Schule, Kita und eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Förderschule an. Anwohner, aber auch alle Luckauer und Gäste würden von der Neubelebung profitieren.

Das Konzept, mit dem die Stadt sich in dem Projekt bewirbt, besteht aus mehreren Bausteinen. Unter anderem fehlen in dem Gebiet Spielmöglichkeiten für die Kinder. Auf einer Grünfläche östlich der Schule sollen deshalb Spielangebote für kleine und größere Jungen und Mädchen entstehen. Erwachsene müssten Kindern und Enkeln nicht untätig zuschauen, sondern könnten auf einem Fitnessparcours ebenfalls aktiv werden.

Weiterhin sollen in dem Projekt Wege wieder instand gesetzt und gemeinsam mit der Schule ein Lehrpfad errichtet werden, der Spannendes zu Bäumen, Pflanzen und Tieren vermittelt. Außerdem geht es darum, den Wasserturm mit einem neuen Dach vor dem Verfall zu retten, so dass alle Optionen für eine künftige Nutzung gewahrt bleiben. Erste Ideen gibt es. Eine junge Architektin aus Luckau hatte unlängst bei einem Vortrag in der Kulturkirche aufgezeigt, wie aus dem alten Turm ein kreativer Jugend-Treff werden könnte.

Neben baulichen Vorhaben würde, wenn Luckau den Zuschlag bekommt, die Stelle eines Quartier-Managers gefördert. Er ist der Anlaufpunkt für Bürgervorschläge zum Quartier, soll die Menschen miteinander in Kontakt bringen.

Läuft es gut, könnte 2018 die Planung für das Projekt beginnen und von 2019 bis 2020 gebaut werden. Ob die Schanze Integtrationsquartier wird, hängt neben Fördermitteln auch von der Luckauer Haushaltslage ab. Das letzte Wort dazu haben die Stadtverordneten, so der Bürgermeister auf Nachfrage von Olaf Schulze (CDU).