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Für Campingfreunde
Immer Saison am „Sonnenberg“

Bei Andreas Knöfel auf dem Campingplatz „Sonnenberg“ sind Gäste zu jeder Jahreszeit willkommen.
Bei Andreas Knöfel auf dem Campingplatz „Sonnenberg“ sind Gäste zu jeder Jahreszeit willkommen. FOTO: Ratajczak Frank
Kreblitz. Auf dem Kreblitzer Campingplatz finden Städter an 365 Tagen im Jahr Ausgleich in der Natur.

Schnee im März wie in dieser Woche kann echte Camper wie Jürgen und Elisabeth Scheinpflug nicht schrecken. In ihrem Domizil auf dem Campingplatz „Sonnenberg“ in Kreblitz machen es sich die Vetschauer bei einer Tasse Kaffee gemütlich. Die Eheleute, beide 73 Jahre alt, gehören zu den rund 75 Dauercampern auf dem Platz, der an 365 Tagen im Jahr geöffnet ist. In einer wetterfesten Veranda vor der rollenden Herberge sitzen Scheinpflugs gern mit Nachbarn beim Plausch oder Kartenspiel zusammen. Lieblingsplatz im Sommer ist ein Pavillion gleich nebenan auf der 180 Quadratmeter großen Parzelle. „Wir haben einen herrlichen Ausblick auf die Natur, sehen Kraniche und Rehe“, schwärmt Jürgen Scheinpflug.

Obwohl Kreblitz nicht an einem Badesee liegt, hat sich der komfortable Campingplatz auf einem ehemaligen Acker nahe der Berste seit den 1990er Jahren etabliert. Der Slogan „Erholung in absoluter Ruhe“, mit dem Gründer Rolf Thelen einst warb, spreche die Leute heute noch an, sagt der Gießmannsdorfer Andreas Knöfel, der seit 2011 Platzbetreiber ist.

Unter seinen Gästen sind viele Berliner, die der Hektik der Großstadt entfliehen wollen, aber auch Camper aus dem Spreewald oder dem Harz. Der Trend zum Urlaub im eigenen Land mache sich bemerkbar, so der Chef. Neben reiferen Jahrgängen ziehe es zunehmend Jüngere auf den „Sonnenberg“. Das Verhältnis sei mittlerweile fifty-fifty.

„Wir haben hier alles, was das Leben angenehm macht“, sieht Elisabeth Scheinpflug einen Grund für den Zuspruch. Beispielsweise gibt es zwei beheizbare Sanitärgebäude mit Duschen, Waschmaschine und Trockner, ein behindertengerechtes Bad sowie freies WLAN. Wer mag, kann Backwaren oder Fleisch und Wurst an mobilen Versorgungswagen kaufen. Famlilien fahren im Sommer zum Baden ins nahe Luckauer Freibad, unternehmen Ausflüge in den Spreewald und ins Tropical Islands, zählt Andreas Knöfel Möglichkeiten auf.

Obwohl selbst kein eingefleischter Camper,  mache ihm sein Job Freude. Die meisten Gäste sind ihm seit Jahren vertraut, er ist ihr Anlaufpunkt für alles und manchmal auch Kummerkasten. „Es ist nie langweilig“, so der Gießmannsdorfer.

Letzteres mag auch an der bunten Vielfalt liegen, die vor allem mit Kurzzeit-Campern auf den „Sonnenberg“ kommt. Rund 25 Plätze stehen für zeitweilige Nutzer zur Verfügung. Koreaner, Australier, Argentinier sowie zahlreiche Skandinavier machten in Kreblitz schon Station. „Meistens sind es Radler, die auf Europa-Tour durch den Spreewald und die Niederlausitz rollen“, sagt Andreas Knöfel. Neben Stellplätzen hält er für Urlauber zwei Ferienwohnungen und zwei Blockhütten bereit. Für die nächsten Monate gebe es bereits zahlreiche Anfragen, aber einige Plätze fürs Dauer- und fürs Kurzzeit-Camping seien noch frei, sagt er.

Noch ist es ruhig, doch vor Ostern wird es voll, wissen Scheinpflugs aus Erfahrung. Dann finden sich auch jene ein, die bei Schnee doch lieber zu Hause blieben. Der Treff der Camper am Osterfeuer hat ebenso Tradition wie später im Jahr ein Sommerfest und ein Adventsfest. Die Vetschauer haben die kalte Jahreszeit genutzt, um ihr Campingmobil neu einzurichten. „Wir campen seit 50 Jahren. Noch nie haben wir wegen schlechten Wetters aufgegeben“, sagt Elisabeth Scheinpflug. Es klingt ein wenig stolz.

Elisabeth und Jürgen Scheinpflug haben sich in ihrer Veranda vor dem Campingmobil eine gemütliche Küche eingerichtet, in der sie bei kühlem Wetter gern sitzen.
Elisabeth und Jürgen Scheinpflug haben sich in ihrer Veranda vor dem Campingmobil eine gemütliche Küche eingerichtet, in der sie bei kühlem Wetter gern sitzen. FOTO: Carmen Berg / LR