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| 02:52 Uhr

Calau und Vetschau rüsten sich fürs Alter

Calau/Vetschau. In Calau und Vetschau sollen in den kommenden Jahren zwei neue Pflegeheime gebaut werden. Die Investoren setzen sowohl in der Calauer Jahnstraße als auch im Vetschauer Griebenowpark auf einen hochwertigen Standard. Jan Augustin und Hannelore Kuschy

"Was lange währt, wird gut." Gut ein Jahr nach der Ankündigung, in Calau ein neues Seniorenzentrum zu bauen, hat der Geschäftsführer der Celexo Management- und Beteiligungs-GmbH, Jörg Steinwerth, erste konkrete Planungsergebnisse mitgeteilt. Erstens seien die Bauantragsunterlagen eingereicht worden. Und zweitens auch die Bemühungen, einen regionalen Betreiber zu finden, seien mit der Zusage der M.E.D. Gesellschaft für Altenpflege mbH Cottbus erfolgreich gewesen.

Der Bau des Seniorenzentrums in der Jahnstraße könne nun ab Mai erfolgen. Steinwerth: "Die Stadt Calau bekommt nunmehr nicht nur den langgehegten Wunsch nach einem modernen Pflegeheim erfüllt, sondern zudem auch eine neue integrierte Großküche mit Restaurant und Cafeteria am Standort. Somit kann sich das äußerst moderne Pflegeheim auch nach außen für die Calauer öffnen."

Auf 10 000 Quadratmetern soll Platz sein für 64 vollstationäre Pflegeplätze, 16 Pflegeplätze für Demenzkranke und 20 Tagespflegeplätze. "Das Hauptgebäude wird auf einem hochwertigen und modernen Standard geplant. Die Wohn- und Nebenflächen liegen über den gesetzlichen Vorgaben", heißt es in einem Exposé für das Heim. Zudem werde das Gebäude nach energieeffzienten Kriterien errichtet.

Eine Analyse von Celexo habe ergeben, dass für Calau "ein realer Bedarf an Pflegeplätzen vorhanden" sei. Die Stadt würde mit dem neuen Heim bald zwei Pflegeeinrichtungen besitzen. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo), Regionalverband Süd, betreibt in der Waldstraße ein Seniorenheim. Die Awo saniert dort kräftig und will noch in diesem Jahr eine neue Tagespflege eröffnen. Dass die Stadt nun ein neues Heim bekommt, damit habe der Geschäftsführer Wolfgang Luplow "kein Problem". Allerdings sehe er für ein Haus in der geplanten Größe keine Notwendigkeit - ein Grund, warum die Awo das Angebot, das Heim zu betreiben, abgelehnt habe. Angst oder Konkurrenzdruck verspüre Luplow nicht.

Ganz so schnell wie in Calau wird das Pflegeheim im Vetschauer Griebenowpark nicht stehen. Geplant sind dort Angebote im stationären wie im ambulanten Bereich. Wenn auch noch wenig Konkretes an die Öffentlichkeit gedrungen ist - einen Namen hat das ungewöhnliche Projekt schon. Es soll "Villa Lebensbogen" heißen. Im Sommer 2013 hatte das Investorenehepaar dem Wirtschaftsausschuss einige vage Details verraten: Von einem Kinderhospiz im Haus war die Rede, von Pflege-Dienstleistungen und finnischer Holzbauweise.

Das außergewöhnliche Vorhaben in der rund 9000 Einwohner zählenden Stadt hat auch seinen Preis. Die Rede ist von einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe. Ende dieses Monats soll mit der Bestandsaufnahme zum Arten-, Biotop- und Gehölzschutz im Griebenowpark begonnen werden. Der Vorentwurf des Bebauungsplanes soll im Juni vorliegen. Im November und Dezember können von Betroffenen und Interessierten Hinweise zu diesem Vorhaben eingereicht werden. Gelingt es, im Februar 2015 den Bauantrag einzureichen, könne laut Fachbereich Bau im kommenden Jahr auch gebaut werden. Eine Bedingung stelle die Stadt jedoch: Ein Teil des Parks muss weiterhin öffentlich zugänglich bleiben.

Vetschau bekäme nun neben dem Heim des Arbeiter-Samariter-Bundes an der Pestalozzistraße das zweite Pflegeheim. Bislang jedoch hatte der Park unter keinem guten Stern gestanden. 2003 wollte der bald insolvente Verein Soziale Dienste Millionen in ein Demenzzentrum stecken. Fehlzündung. Im Jahr 2010 kaufte die Stadt den Park einer insolventen Erbengemeinschaft ab.

Der Vetschauer Wirtschaftsausschuss wird sich am kommenden Montag, 18.30 Uhr, im Bürgerhaus mit dem neuen millionenschweren Vorhaben befassen.