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| 15:15 Uhr

Ärger im Schulbus
Busfahrer lässt Schülerin„in der Pampa stehen“

Dahme/Luckau. 17-Jährige darf nicht mitfahren, weil sie zu viel Kleingeld hat.

Als die 17-jährige Antonia am vergangenen Freitag das Gebäude der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme verlässt, ist das Schultaxi, mit dem sie normalerweise nach Hause fährt, schon abgedüst. Also kratzt sie mithilfe ihrer Mitschüler ein paar Taler zusammen, um zumindest die Busfahrt nach Luckau bezahlen zu können. Doch der Busfahrer verweist sie schnell des Fahrzeuges – weil ihm Antonia zu viel Kleingeld anbietet.

Für Mutter Silvia Becker ist das eine Zumutung. Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) in Luckau hat sich inzwischen bei Familie Becker entschuldigt. Marketingleiter Lutz Strohschein stellt aber auch klar: „Man sollte den Fahrer nicht immer an den Pranger stellen, wenn er sich im Grunde nicht falsch verhalten hat.“ Er verweist auf die Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Demnach ist das Personal nicht verpflichtet, a) Geldbeträge über 10 Euro wechseln zu müssen, b) 1-Cent-Stücke im Betrag von mehr als 10 Cent anzunehmen, c) beschädigte Scheine sowie Münzen anzunehmen und schließlich d) mehr als 20 Münzstücke entgegenzunehmen.

Genau diesem letzten Passus ist Antonia nun aber zum Opfer gefallen. Die Teenagerin wollte das 2 Euro teure Ticket nahezu passend mit insgesamt 25 Münzstücken bezahlen – und der Busfahrer soll sie mit den Worten „Ich bin keine Wechselstation“ gebeten haben, wieder auszusteigen. „Ich war nicht dabei und weiß nicht, welchen Ton der Fahrer gewählt hat“, sagt Strohschein. „In jedem Fall aber haben unsere Fahrer nur eine begrenzte Anzahl an Wechselgeld zur Verfügung und auch eine Verantwortung den anderen Fahrgästen gegenüber, die pünktlich abfahren und vielleicht zum nächsten Anschlusszug kommen wollen.“

Tarifbestimmungen hin oder her, Silvia Becker lässt das nicht gelten. „Deswegen kann der Fahrer eine Schülerin nicht einfach vor die Tür setzen“, sagt sie. „Gerade im ländlichen Raum, wo nicht zehn Minuten später der nächste Bus kommt. Da kann ich doch ein Mädchen nicht eine Stunde lang in der Pampa stehen lassen.“ Antonia fuhr letztlich mit einem Taxi nach Hause. Und Silvia Becker will nun einen Aushang in der Schule machen, dass Schüler für den Schulbus nicht zu viel Kleingeld einstecken sollen.