(abh/lhn) Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) ist ständig auf der Suche nach neuen Busfahrern. Denn Fachkräfte werden dringend benötigt. Um den Nahverkehrsplan 2020 vollständig umsetzen zu können, wären allein mehr als 20 zusätzliche Fahrer von Nöten. Dazu verzeichnet das Unternehmen einen vergleichsweise hohen Krankenstand. Obwohl rund 150 Busfahrer- und -fahrerinnen für die RVS unterwegs sind, führte das in der Vergangenheit bereits zu Fahrausfällen. Doch Auszubildende gibt es für diesen Fachkräftemangel derzeit zu wenig.

Aus diesem Grund setzt die RVS verstärkt auch auf Neu- und Quereinsteiger. Auch Interessierte mit Migrationshintergrund seien bei der RVS willkommen, sofern sie die Voraussetzungen für den Beruf erfüllen. Doch gerade die Anforderungen an Busfahrer sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Sowohl eine Fahrschulausbildung, als auch eine IHK-Prüfung für Fahrpersonal werden benötigt. Wichtige Voraussetzungen, die jedoch den kleinen Geldbeutel vor allem von jungen Leuten belasten. „Wir schicken allerdings keinen geeigneten Fahrer weg“, betont Geschäftsführer Siegfried Richter.

Um gegen besser bezahlende Unternehmen im Warenfernverkehr oder Busunternehmen aus anderen Bundesländern konkurrenzfähig zu bleiben, werden Quereinsteiger und Berufsanfänger in der Region heiß umworben. Die RVS bietet ihnen daher an, die Kosten für den notwendigen Führerschein zur Personenbeförderung zu übernehmen.

Auch das Thema Gesundheitsförderung soll angegangen werden. Das Unternehmen will Kontakt zum Beispiel mit Fitnessstudios in der Region aufnehmen und überlegt derzeit, ob und inwiefern Kooperationen entstehen könnten. Auch eine Anwesenheitsprämie wurde bereits eingeführt. Wer maximal zwei Tage pro Vierteljahr krank ist, hat einen Anspruch auf 100 Euro pro Monat zusätzlich. So will das Unternehmen den Krankenstand perspektivisch reduzieren. Ob die Prämie Erfolg bringt, muss sich erst noch zeigen.

Derzeit gibt es außerdem in Brandenburg Tarifverhandlungen für den Personenverkehr. „Wir hoffen, dass sich dadurch zumindest bei den Einstiegsgehältern etwas tut“, sagt Siegfried Richter. Der bislang gültige Tarifvertrag für Brandenburg sei finanziell betrachtet das Schlusslicht. Das Gehalt für Anfänger beginnt bei 2000 Euro brutto zuzüglich Zulagen. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Erhöhung der Einstiegsgehälter von 15 Prozent. Mit Warnstreiks hatten Bus- und Straßenbahnfahrer bereits Druck auf die Trarifverhandlungen gemacht. Gestreikt wurde zuletzt Anfang Februar unter anderem in Cottbus und Frankfurt (Oder).