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| 18:07 Uhr

Politikerin bei Bauern
Bunt, sozial, besonders – Landrätin auf Gut Kemlitz

Im Rahmen der traditionellen Landratsbesuche des Bauernverbandes Südbrandenburg war die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming Kornelia Wehlan zu Gast im AWO-Gut Kemlitz.
Im Rahmen der traditionellen Landratsbesuche des Bauernverbandes Südbrandenburg war die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming Kornelia Wehlan zu Gast im AWO-Gut Kemlitz. FOTO: Bauernverband
Kemlitz. Im Rahmen der traditionellen Landratsbesuche des Bauernverbandes Südbrandenburg war die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming Kornelia Wehlan zu Gast im AWO-Gut Kemlitz.

In der Diskussion mit Landwirten und Vertretern der Kommunen kamen die Auswirkungen der Dürre ebenso auf den Tisch wie Hilfszahlungen, die Entwicklung der Infrastruktur und der Abbau von Investitionshemmnissen.

Die Dürre zeigt sich in Kemlitz nicht nur in niedrigeren Erträgen auf dem Feld. Laut Geschäftsführer Heiko Terno leidet auch die Qualität der Futterinhaltsstoffe. „In dieser Situation können unsere Kühe nicht ihre gewohnte Milchleistung erbringen.“ Werden die üblichen Fett- und Eiweißwerte bei der an die Molkerei abgelieferten Milch unterschritten, komme es aber zu empfindlichen Preisabzügen. „Angesichts der ohnehin schon niedrigen Preise ist das fatal“, so Terno. „Die Butter im Laden kostet über 1,80 Euro. Trotzdem sind für uns beim Grundpreis aktuell nicht mehr als 31 Cent pro Liter Milch drin.“ Auch die gentechnikfreie Fütterung der Tiere werde mit nur einem Cent je Liter honoriert. „Das deckt bei Weitem nicht die Mehrkosten für das teurere Rapsschrot, mit dem wir Soja ersetzen“, erklärt er.

Ideen für eine sinnvolle Absicherung wetterbedingter Risiken gibt es indes zur Genüge, doch immer wieder hapert es an der Umsetzung. „Von einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage würden nur Betriebe profitieren, die auch Gewinne zu versteuern haben“, betont der Verbandsvorsitzende Thomas Goebel. „Um Wetterrisiken effektiv abzusichern, brauchen wir Instrumente, die auch in Verlustjahren greifen. Wie wir uns gegen Sturm und Hagel versichern, muss es auch eine bezahlbare Mehrgefahren-Versicherung geben, die Dürreschäden mit abdeckt.“ Viele teure und bürokratische Hilfsprogramme würden sich erübrigen, wenn Landwirte auf diese Weise selbst Vorsorge betreiben könnten.

Mit Sorge blicken die Landrätin und anwesende Vertreter der Kommunen auf die Entwicklung geeigneter Strukturen in der Region. Für David Kaluza, Amtsdirektor des Amtes Dahme/Mark, sind schnelles Internet, flächendeckendes Mobilfunknetz sowie gute Zug- und Straßenanbindungen entscheidende Standortfaktoren. „Nur so können wir für Menschen aller Altersklassen attraktiv zu sein.“ Mit Blick auf die historische Entwicklung und regionale Verbundenheit schmerzt Kornelia Wehlan vor allem der Statusverlust der Stadt Dahme als Mittelzentrum. „Ein gemeinsames Mittelzentrum Luckau/Dahme in Funktionsteilung wäre eine sinnvolle Alternative gewesen“, so die Landrätin.