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Bundesliga-Jugend landet hart

U17-Bundesliga: FC Energie Cottbus – Hamburger SV 1:4 (0:2). Bessere Voraussetzungen vor der Partie gegen Tabellennachbar Hamburg hätte die B-Jugend des FC Energie nun wirklich nicht haben können. ski

Mit breiter Brust nach dem 1:0-Auswärtserfolg der vergangenen Woche bei Hertha BSC musste nun gegen eine mit nur zwölf Spielern angereiste HSV-Mannschaft, in der drei Grippegeschwächte mitspielten, angetreten werden. Doch am Ende setzte es die höchste Saisonniederlage, weil sich die Truppe von Matthias Kretschmer ausgesprochen gastfreundlich zeigte und dem Gegner ein Geschenk nach dem anderen vor die Füße legte.

"Es fing schon ganz blöd an", musste sich der Trainer nach dem Spiel beim Blick auf die Torfolge ärgern. "Da will ein Abwehrspieler den Ball völlig frei mit der Brust annehmen und lässt ihn fünf bis sieben Meter prallen - auf den Fuß des Gegners, der ihn direkt verwandelt." Mit einigen unsicheren Szenen ging es weiter, bis in der 30. Minute diese Unsicherheit zu einem absolut unnötigen Elfmeter führte, der vom HSV verwandelt wurde.

Obwohl der FCE nach Wiederbeginn couragierter und kombinationssicherer auftrat, ergaben sich zunächst kaum Tormöglichkeiten. Nach 68 Minuten wurde dann ein weiteres Geschenk verteilt. Als der Ersatztorhüter der U16, Marvin Parchmann, den Ball vor den Fuß eines Gegners faustete, fiel das 3:0 für Hamburg. Weil damit die Köpfe der Cottbuser nun endgültig nach unten gingen, rannten die Spieler des HSV in der Folgeminute leichtfertig an denen vorbei und legten ganz fix zum 4:0 nach. Florian Bernhardts Ehrentreffer zwei Minuten vor dem Ende war schließlich nur noch Ergebniskosmetik.

Für Trainer Matthias Kretschmer war die 1:4-Klatsche indes ein Stück weit heilsam: "Ich glaube, dass nach dem 1:0 bei Hertha einige Spieler zu überheblich und unkonzentriert ins Spiel gegangen sind".

An der Tabellenlage änderte sich nichts. Hinter dem HSV rangiert der FCE auf Platz sechs. Die HSV-Spieler reisten übrigens mit Taxis zum Stadion am Priorgraben an. Weil deren Bus vor dem Radisson-Hotel, in dem die Spieler übernachtet hatten, am Samstagmorgen nicht ansprang.