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Bürgerbeteiligung und eine lange Prioritätenliste

Amtsinhaber Gerald Lehmann (parteilos) im RUNDSCHAU-Interview zur Bürgermeisterwahl. Herr Lehmann, warum sind Sie der Beste auf dem Luckauer Bürgermeisterstuhl? Gerald Lehmann: Ich würde von mir nie behaupten, der Beste zu sein.

In den letzten acht Jahren haben wir in Luckau und den Ortsteilen viel erreicht. Die Ergebnisse machen mich stolz. Ich danke herzlich allen, die mit angepackt und Verantwortung übernommen haben. Dies gilt für alle Ehrenamtler, die Stadtverordneten, für Ortsbeiratsmitglieder und für meine Kolleginnen und Kollegen auf dem Bauhof, in den Kitas und Schulen, im Museum und im Rathaus. Ich möchte diese Arbeit gern fortsetzen.

Mit welchen Vorzügen kann die Stadt punkten? Was hat Luckau, das andere nicht haben?
Gerald Lehmann: Wir punkten mit historischer Altstadt, Kulturkirche, dem schönsten Freibad Brandenburgs, dem Indoorspielplatz und toller Natur. Die Lage zwischen Berlin und Dresden mit dem Spreewald vor den Stadttoren zeichnen Luckau und die Dörfer als einen idealen Wohnstandort aus. Hier kann man leben und sich wohl fühlen. Wir haben aber auch touristisches Potential. Dieses ist weiter zu entwickeln und macht unsere Region noch interessanter.

Wo gibt es den größten Handlungsbedarf? Welche Aufgaben stehen auf Ihrer Prioritätenliste ganz oben?
Gerald Lehmann: Meine Prioritätenliste ist lang. Kapazitätsprobleme in der Grundschule und im Hort gilt es zu lösen. Der "Neue Friedhof" in Luckau mit der Feierhalle fordert Investitionen. Die Nachfrage nach Bauland muss befriedigt werden. Es ist auch wichtig, dass wir uns noch intensiver um Kinderspielplätze und Freizeitanlagen für die Jugend kümmern. In den nächsten Jahren ist es notwendig, mehr Geld für Werterhaltungsmaßnahmen (Straßen, Grünanlagen, Dorfgemeinschaftshäuser) bereit zu stellen.

Wie beteiligen Sie die Bürger an wichtigen Entscheidungen? Wie wollen Sie die jungen Leute erreichen?
Gerald Lehmann: In punkto Bürgerbeteiligung werde ich den eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Es wird Einwohnerversammlungen und Bürgerworkshops zu aktuellen Themen geben, wie gerade in Vorbereitung der Marktplatzsanierung. Ich werde auch künftig offen und direkt auf alle Generationen zugehen, so auch auf die jungen Menschen. Außerdem nutze ich die sozialen Netzwerke, um die Jugend zu erreichen und zu sensibilisieren. Das persönliche Gespräch steht bei mir jedoch immer im Vordergrund.

Auf dem Schlossberg stehen Bauarbeiten bevor. Wie geht es danach mit dem Haus weiter?
Gerald Lehmann: Die Planungen stehen kurz vor dem Abschluss. Es war immer mein erklärtes Ziel, dass der Schlossberg als "kleine Stadthalle" von den Menschen aus Stadt und Land genutzt werden kann. Ich möchte auch, dass unsere Vereine hier eine Heimat haben.

Die Parkanlagen der Landesgartenschau 2000 gehören zu Luckaus Schätzen. Was ist nötig, um sie auch in Zukunft zu erhalten?
Gerald Lehmann: Wir müssen in den nächsten Jahren noch mehr Geld für die Werterhaltung unserer Infrastruktur aufbringen. Da beziehe ich ausdrücklich das Erbe der Landesgartenschau mit ein.

Wo sehen Sie Investitionsbedarf in den Ortsteilen?
Gerald Lehmann: Schnelleres Internet ist für unsere Dörfer wichtig. Wir haben Handlungsbedarf bei einigen Dorfstraßen und Gehwegen sowie bei einzelnen Friedhöfen. In Uckro müssen das Feuerwehrgerätehaus und die Kita, in Gießmannsdorf muss das Feuerwehrgerätehaus saniert werden.

Potsdam will, dass Kommunen sich zusammenschließen. Werden Sie für Luckau auf die Brautschau gehen? Wer wäre Ihr "Herzblatt"?
Gerald Lehmann: Ich habe mich in der Vergangenheit zu diesem Thema mehrfach positioniert. Unsere Region hat nur eine echte Chance, wenn Luckau und Heideblick sich auf einen gemeinsamen Weg in die Zukunft begeben. Die Türen des Luckauer Rathauses stehen den Heideblickern offen. Die Gemeinde Crinitz hat Interesse an einem Zusammengehen mit Luckau bekundet. Wir führen dazu offene Gespräche mit den Crinitzern.

Herr Lehmann, bitte vervollständigen Sie zum Abschluss diesen Satz: "Luckau in acht Jahren ist..."
Gerald Lehmann: ...eine lebenswerte Gemeinde, in der sich alle, die hier leben, wohl fühlen.