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| 02:43 Uhr

Bürger fordern mehr Abstand für neue Mega-Mühlen

Gewitterstimmung am Windpark Falkenberg-Kemlitz-Rosenthal: Einwohner wehren sich gegen zwei weitere Windräder.
Gewitterstimmung am Windpark Falkenberg-Kemlitz-Rosenthal: Einwohner wehren sich gegen zwei weitere Windräder. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Pitschen-Pickel. Gegen den Bau von neuen Windrädern wehren sich die Einwohner jetzt, denn sie müssen schon mit den Auswirkungen des riesigen Windkraftgebietes leben, das sich westlich des Dorfes erstreckt. Auf dem drehen sich nahezu 100 Mühlen. Birgit Keilbach/bkh1 bkh1

Maß ist voll

Das Maß der Zumutbarkeit von Windkraftnutzung auf Kosten ihrer Lebensqualität ist für sie jetzt voll. Das wurde auf einer Einwohnerversammlung deutlich. Denn die zwei neuen Windräder sollen 149 Meter Nabenhöhe und eine Gesamthöhe von 207 Metern haben, wie Delf Socher von der Firma Achtruten GmbH & Co KG mit Sitz in der Gemeinde Schwielochsee vor den Einwohnern darlegte.

Einige dieser Mega-Mühlen stehen schon in der Nähe des Dorfes. "Diese Anlagen sollen allerdings noch dichter an unsere Häuser rücken, rechts und links vom Bergeweg gebaut werden", sagte Einwohner Heinz Lieke.

Brief an Woidke

Der Abstand zu den ersten Häusern betrage rund 1050 Meter. "Wir wollen, dass sie in einem Abstand gebaut werden, der mindestens das Zehnfache ihrer Höhe beträgt, so wie es die Initiative ‚Rettet Brandenburg‘ mit dem im Januar gestarteten Volksbegehren fordert", erläuterte Heinz Lieke. In einem Brief fordern die Pitschen-Pickler Ministerpräsident Dietmar Woidke auf, sie vor den negativen Auswirkungen der Windkraftnutzung zu schützen und die neuen Windräder nur mit dem größeren Abstand zu genehmigen. Sie stellten sich nicht grundsätzlich gegen die Energieerzeugung aus Windkraft. Doch je näher die Windräder an den Häusern stünden, desto stärker seien gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den periodischen Lärm der Rotoren und den Schattenschlag.

Ein weiterer Einflussfaktor sei der Infraschall. "Dieser Schall ist nicht zu hören, aber im Körper spürbar, denn er geht auch durch Mauern", wie Heinz Lieke darlegte. Die Tiere würden geschont, wie bei einem Erörterungstermin in Illmersdorf klar wurde. "Aber wer denkt an den Menschen, an unsere Lebensqualität?" fragte er. Für ihre körperliche Unversehrtheit sehen die Pitschen-Pickler die Landesregierung in der Pflicht und schickten den Brief, unterschrieben von 40 Einwohnern.

Zum Thema:
An den Windpark westlich von Falkenberg und Pitschen-Pickel, das Windeignungsgebiet 13 der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald mit 291 Hektar Fläche, schließt sich nahtlos das WEG 40 der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming an, dass sich auf insgesamt 1433 Hektar zwischen Kemlitz, Rosenthal, Zagelsdorf und der Gemeinde Dahmetal erstreckt. Dieses zusammenhängende Areal ist künftig deutlich größer als das Windeignungsgebiet Duben-West (Wind 12), das mit 1176 Hektar als größtes Gebiet im Regionalplan Lausitz-Spreewald ausgewiesen wird. bkh1