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Brückenbau verzögert sich

Die Bauarbeiten an der Drahnsdorfer Brücke dauern noch bis voraussichtlich 17. März an. Anlieger müssen lange Umwege in Kauf nehmen.
Die Bauarbeiten an der Drahnsdorfer Brücke dauern noch bis voraussichtlich 17. März an. Anlieger müssen lange Umwege in Kauf nehmen. FOTO: Daniel Friedrich
Drahnsdorf. Die Drahnsdorfer sind sauer: Seit mehreren Wochen ist ihr Ort mit dem Auto nur schwer erreichbar. Die neue Eisenbahnbrücke, die beide Dorfhälften verbindet, ist noch nicht fertig gestellt. Daniel Friedrich

Wer von einem Teil des Ortes in den anderen fahren möchte, muss eine 30 Kilometer weite Umleitung in Kauf nehmen. Nun ist die Brückensperrung um über zwei Wochen bis zum 17. März verlängert worden.

Zur Erinnerung: Die Deutsche Bahn baut derzeit die Strecke Berlin-Dresden aus. Dazu ist der Zugverkehr für ein Jahr komplett unterbrochen. Weil die Drahnsdorfer Bahnüberführung ohnehin stark baubedürftig war, sollte sie im Rahmen der aktuellen Bauarbeiten durch eine neue Brücke ersetzt werden. "Ursprünglich sah es der Ablaufplan vor, zunächst eine neue Überführung im nahe gelegenen Kümmritz fertigzustellen, die während der anschließenden Drahnsdorfer Brückensperrung als Umleitung dienen kann", sagt Katja Maraszek vom Bauamt Unterspreewald.

Doch derzeit sei weder die Brücke in Kümmritz noch die in Drahnsdorf fertig, weshalb zwei weiträumige Umleitungen (rund 30 km) eingerichtet wurden.

Von "schwieriger Kommunikation" zwischen den Beteiligten spricht Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. Sauer auf stößt ihm die Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen: "Wir bekommen von der Bauleitung immer wieder neue Termine und Planänderungen mitgeteilt und stehen am Ende der Kommunikationskette. Ich kann nicht verstehen, warum man sich beim Bau der Brücken nicht an die Absprachen gehalten hat." Manfred Ragotzky vom Landesbetrieb Straßenwesen will diese Kritik so nicht stehen lassen: "Man konnte nie davon ausgehen, dass die Brücke in Kümmritz als Umleitung für Drahnsdorf genutzt werden kann", sagt er und erklärt: "Die Baumaßnahme in Drahnsdorf war sehr komplex. Die Firmen haben jede Minute genutzt, um die Brücke fertigzustellen, aber in der vorgegebenen Zeit war das nicht machbar."

Für Busse, Rettungswagen und die Eltern der Drahnsdorfer Kita-Kinder hat die Gemeinde schließlich einen Feldweg nach Falkenhain ertüchtigt. Er dient als kurze Umleitung für entsprechende Ausnahmefälle. "Diesen will nun aber auch die Bahn, wegen der wir die Umleitung überhaupt einrichten mussten, mit ihren schweren Geräten befahren", ärgert sich Amtsdirektor Kleine.

Zum Thema:
Durch den Ausbau der Bahnstrecke darf es keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben. Ob sie durch eine Brücke oder einen Tunnel ersetzt werden, ist oft eine Frage des Geldes. Das Eisenbahnkreuzungsgesetz regelt, dass sich der Bund, die Bahn und der Baulastträger der Straße die Kosten zu je einem Drittel teilen müssen. Kann der Straßenträger das Geld nicht aufbringen, wird der Bahnübergang ersatzlos gestrichen.