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| 02:55 Uhr

Brauerei setzt auf junge Leute

Braumeister Mario Jürisch (l.) und Geschäftsführer Arno Schelzke (r.) im Kreis von Mitarbeitern vor dem Maischbottich.
Braumeister Mario Jürisch (l.) und Geschäftsführer Arno Schelzke (r.) im Kreis von Mitarbeitern vor dem Maischbottich. FOTO: J. Hochmuth
Fürstlich Drehna. Die Schlossbrauerei in Fürstlich Drehna bildet Brauer und Mälzer aus. Geeignete Bewerber in der Region zu finden, ist schwer. Gute Ausbildungsangebote und langfristige Perspektiven können bei der Suche helfen. Sven Scheffler

"Lebensmitteltechnik hat mich schon immer interessiert und das Berufsbild und die Firma hat mich überzeugt", sagt Orlando Redlich. Er absolviert zurzeit eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Schlossbrauerei in Fürstlich Drehna. Orlando Redlich stammt ursprünglich aus Weißwasser und ist einer von zwei Auszubildenden zum Brauer und Mälzer in der Brauerei. Er wollte eine Ausbildung im Süden Brandenburgs absolvieren und hatte sich lange um eine Ausbildung in der Region bemüht. "Ich war also froh, dass es damals hier geklappt hat", sagt der Auszubildende.

Um auch in Zukunft weiter konkurrenzfähig zu sein, werde bewusst auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses gesetzt sowie dessen Einbindung in den gesamten Betrieb, so Arno Schelzke. Er ist Geschäftsführer der Germania-Brauerei, die die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna 2001 aus der Insolvenz heraus erworben hat. Dabei würde es immer schwieriger junge Menschen für eine Lehre zu finden, sagt Ausbilder Mario Jürisch. "Deswegen sind wir bisher bemüht unseren Bewerbern soweit wie möglich entgegenzukommen, in dem wir ihnen eine gute Ausbildung bieten und gegebenenfalls auch eine Wohnung vor Ort vermitteln", so der Ausbilder.

Die idyllisch gelegene Brauerei hat sich der Nachhaltigkeit und dem Bekenntnis zur Region verschrieben. Wie Arno Schelzke berichtet, gehört dazu auch eine Firmenpolitik, die auf Unabhängigkeit von Massenfertigung und eine umweltfreundliche Produktion setzt. "Deshalb sind im Gegensatz zu den großen Brauereien die Produktionsmengen mit zwei Millionen Flaschen pro Jahr auch geringer", so Arno Schelzke. Dazu gehöre auch die Philosophie, den Standort Niederlausitz zu stärken und sich bewusst für die Zukunft einzusetzen.

"Der Beruf des Brauers und Mälzers ist durchaus ein Beruf mit Zukunft, da es vielfältige Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung in der Lebensmittelindustrie gibt", sagt Achim Nieroda vom deutschen Brauer Bund. Nach Angaben der Handwerkskammer Cottbus haben in diesem Jahr 668 Schulabgänger eine Lehre im Handwerk begonnen, das sind 6,8 Prozent weniger als im letzten Jahr, 230 Lehrstellen blieben unbesetzt. Derzeit haben bereits 194 Betriebe 249 freie Ausbildungsstellen für das nächste Lehrjahr gemeldet.

Zum Thema:
Brauer und Mälzer stellen aus Getreide Malz her und verarbeiten es zusammen mit Wasser, Hopfen und Hefe zu verschiedenen Biersorten. Die anerkannte Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt im Blockunterricht in Internaten. Die Ausbildung ist breit gefächert und umfasst neben berufsüblichen Inhalten auch Aspekte aus der Betriebswirtschaft und dem Umweltschutz. Weitere Infos www.arbeitsagentur.de.