Zum Jahresende wird die Ausstattung von bestehenden Wohnungen mit Rauchwarnmeldern Pflicht. Jeweils einer ist in Aufenthaltsräumen und Fluren zu installieren. Dieser gesetzlichen Vorgabe, die 2016 in Kraft trat, muss sich auch die Stadt Golßen für ihre Mietwohnungen stellen. Die Art der Beschaffung hat in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend zu Kontroversen geführt. Gestritten wurde um die Frage Mieten oder Kaufen?
499 Melder sind nötig. Die Verwaltung hat Nägel mit Köpfen gemacht und die Vermietung ausgeschrieben. Das wirtschaftlichste Angebot reichte ein Unternehmen aus Essen ein, mit dem der Abschluss eines Mietvertrages empfohlen wurde. Eingeschlossen ist die Wartung und Funktionsprüfung über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Auftragssumme beträgt laut Verwaltung rund 4500 Euro jährlich.

Anteil für die Wartung könnte auf die Mieter in Golßen umgelegt werden

Ronny Schulz (UBL) kritisierte, dass keine Vergleichskalkulation zum Kauf der Anlagen vorgelegt wurde. Schließlich sollte mit Steuergeldern sorgsam umgegangen werden, forderte er. Hartmut Laubisch (GfG) erklärte, dass der jährliche Anteil für die Wartung von rund 1500 Euro über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden könne, also nicht von der Stadt bezahlt werden muss. Bei einem Kauf laufe zudem nach zwei Jahren die Gewährleistung ab, für mögliche Funktionsstörungen oder den Austausch von Meldern müsse die Stadt danach selbst aufkommen. Amtsdirektor Henri Uichs lehnte es ab, die Beschlussvorlage zurückzuziehen. „Ein Kauf müsste neu ausgeschrieben werden, was wiederum Kosten verursacht. Und die Frist läuft ab.“ Claudia Gutsche (GfG) forderte namentliche Abstimmung. Sie wolle gerüstet sein für den Fall, dass die Melder nicht rechtzeitig eingebaut werden. 12 Abgeordnete stimmten für den Mietvertrag, vier enthielten sich, es gab keine Gegenstimme.