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| 15:39 Uhr

650-Jahr-Feier
Bollensdorfer organisieren sich ein dreitägiges Jubiläumsfest

Interessante Einblicke in die Dorfgeschichte und eine Kopie der Ersterwähnungsurkunde bot die Ausstellung zum Dorfjubiläum von Bollensdorf.
Interessante Einblicke in die Dorfgeschichte und eine Kopie der Ersterwähnungsurkunde bot die Ausstellung zum Dorfjubiläum von Bollensdorf. FOTO: Birgit Keilbach
Bollensdorf. Ortsteil der Gemeinde Ihlow im Amt Dahme begeht 650-jähriges Bestehen. Eine Ausstellung dokumentiert historische Fotos. Von Birgit Keilbach

Ein zünftiges Jubiläumsfest hat Bollensdorf am vergangenen Wochenende gefeiert. Schon am Freitagabend versammelte sich die Dorfgemeinschaft mit Gästen in der Kirche und lauschte dem Vortrag von Marita Hannemann über die 650-jährige Geschichte ihres Ortes. Eine Ausstellung zeigt viele Fotos, die das Leben der Menschen und Dorfansichten aus dem vergangenen Jahrhundert dokumentieren. „Auf dem Balkon habe ich als kleines Kind gestanden“, erinnert sich Ingeborg Handrich beim Betrachten eines Fotos vom ehemaligen Schloss. Heute steht an dieser Stelle die schmucke Fachwerkkirche, die in 1953 feierlich eingeweiht wurde.

Die Luckauerin ging in Bollensdorf zur Schule und schloss diese 1951 mit der achten Klasse ab. Auf einem der zahlreichen Klassenfotos entdeckt sie sich – und ihren damaligen Lehrer: „Er war noch ganz jung und hat gerne Musik gemacht. Unser Dorfschule war schick, wir hatten einen Klassenraum mit Schülern von der ersten bis zur achten Klassenstufe“, denkt Ingeborg Handrich zurück. Reinhard Schmidt aus Werbig blättert indes in einer der alten Zeitungen. „Es ist spannend zu lesen, was damals geschrieben wurde“, sagt der Werbiger, der zum Jubiläumsfest kam, um einen Jugendfreund wiederzutreffen. „Ich bin mit Werner Lehmann in Hohenseefeld zusammen aufgewachsen. Er war später mal Bürgermeister hier“, erklärt Reinhard Schmidt. Seiner Frau Ilona gefällt die Ausstellung in der Kirche. In Bollensdorf sei sie zum ersten Mal. „Wir gehören ja jetzt zum Amt Dahme und das Jubiläum ist eine gute Gelegenheit, eins der Dörfer kennenzulernen“, sagt die Werbigerin.

Für ihr Fest haben sich die rund 100 Bollensdorfer ein buntes Programm einfallen lassen. Lange Schlangen bilden sich am Samstag beim Würfeln, Kegeln und am Kuchenbuffett. Dafür haben die Frauen aus dem Dorf fleißig gebacken. Gekrönt wird es von drei Festtagstorten. Andrea Wiedenhöft hat sie fürs Jubiläum gefertigt, eine davon trägt das symbolische Schloss auf der obersten Etage, wie das aus Stroh gefertigte Pendant am Ortseingang.

Zum Betrachten und Fachsimpeln lädt eine Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen ein. Dort ist auch zu beobachten, wie eine Sense fachmännisch gedengelt wird. Vor der Bühne sind alle Plätze besetzt, als der Zauberer mit seinen magischen Vorführungen zum Mitmachen kleine und große Zuschauer verblüfft. Seit Jahresbeginn haben die Einwohner ihr Fest vorbereitet. „2017 trafen wir uns zum ersten Mal, im Januar begann die konkrete Planung“, sagt Marion Lehmann. Rund 20 Bollensdorfer mit der Freiwilligen Feuerwehr stellten das Programm zusammen. „Anpacken musste jeder, denn wir sind nur knapp hundert Einwohner“, sagt Marion Lehmann. Sie wälzten alte Fotoalben und kramten in Keller, Scheune und auf dem Dachboden nach Zeugnissen aus der Dorfgeschichte. Zum Jubiläum hatten auch Firmen aus der Region einige attraktive Preise beigesteuert, darunter sechs Überraschungstüten von Tropical Islands, die am Samstag als Hauptpreise ihre Besitzer fanden.