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| 12:29 Uhr

Wissenschaftliche Arbeiten
Bohnstedt-Schülerpreise vergeben

Die Preisträger des diesjährigen Bohnstedt-Schülerpreises des Gymnasiums in Luckau. 14 Preise wurden insgesamt an Neun-und Zwölftklässler des vergangenen Schuljahrs vergeben.
Die Preisträger des diesjährigen Bohnstedt-Schülerpreises des Gymnasiums in Luckau. 14 Preise wurden insgesamt an Neun-und Zwölftklässler des vergangenen Schuljahrs vergeben. FOTO: Andreas Staindl
Luckau. 33 Arbeiten von hoher Qualität eingereicht und ausgezeichnet. Von Andreas Staindl

Schülerinnen und Schüler des Bohnstedt-Gymnasiums in Luckau sind bestens auf künftige Herausforderungen vorbereitet. Sie können Themen wissenschaftlich bearbeiten, sie umfangreich und spannend aufbereiten. Das hat der diesjährige Bohnstedt-Schülerpreis erneut gezeigt. 14 Preise wurden am Freitagnachmittag in der Aula des Gymnasiums überreicht. Acht davon hat der Förderverein der Bildungseinrichtung, sechs der Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken vergeben. 33 Arbeiten wurden insgesamt eingereicht. Sie sind alle von hoher Qualität wie die Schulleiterin Roswitha Heine sagt. Die Fach- oder Seminararbeiten wurden von Neunt-und Zwölftklässlern des vergangenen Schuljahrs in verschiedenen Fächern angefertigt.

Eine Jury hat die besten Arbeiten ausgewählt. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Helmut Donath vom Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken. „Alle Arbeiten haben ein gutes, teilweise sogar ein sehr gutes Niveau.“  Vom Ökosystem, über Auswirkungen von Windkraftanlagen, der Rolle von Ärzten im Nationalsozialismus und der Verschwendung  von Lebensmitteln bis hin zur Ultraszene des FC Energie Cottbus etwa wurden Beiträge eingereicht.

Renate Nowotnick ist „von der Vielfalt, der inhaltlichen Aufarbeitung sowie dem Fleiß der Schülerinnen und Schüler beeindruckt“. Für die Vorsitzende des Fördervereins der Schule sind etwa Regionalität, Kreativität und Eigenständigkeit wichtig für die Bewertung der eingereichten Beiträge. Sie bedauert allerdings, „dass keine Arbeiten in einem Fremdsprachenfach eingereicht wurden“. Die in Geschichte, Deutsch, Mathematik, Biologie und anderen Fächern eingereichten Arbeiten waren allerdings von hoher Qualität.

Den Beitrag von Lotta Rosa Lehmann fand Helmut Donath offenbar besonders beeindruckend: „Ihre Arbeit hat weitreichende Bedeutung und geht weit über das Wissenschaftliche hinaus. Sie beleuchtet eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.“ Die Zwölftklässlerin des vergangenen Schuljahrs, die inzwischen Mathematik und Politik auf Lehramt studiert, hat sich mit der Rolle der Ärzte während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. „Das Thema interessiert mich schon länger“, sagt sie. „Es kam im Unterricht leider etwas zu kurz. Ich wollte mehr über die Geschichte des Nationalsozialismus wissen. Die Recherchen für meine Arbeit waren schon sehr umfangreich, doch sie haben sich gelohnt. Es freut mich, dass der Jury mein Beitrag so gut gefällt“, sagt Lotta Rosa Lehmann. Sie hat ebenso einen ersten Preis erhalten wie Jeremy Feller.

Der inzwischen Zehntklässler hat sich mit dem Ökosystem „Ackerboden“ beschäftigt, Nutzen und Probleme beleuchtet. Wie kommt ein Jugendlicher auf ein solches Thema? „Ganz einfach“, sagt Jeremy Feller. „Ich wohne in einem Dorf, und dort riecht es manchmal nicht so gut. Also bin ich der Frage nachgegangen, warum das so ist und ob das so stinken muss.“ Recherche und Aufbereitung waren sehr umfangreich. „Ich habe mehrere Tage an meinem Beitrag gearbeitet“, sagt der Preisträger. „Dass meine Arbeit von Experten anerkannt wird, ist mir sehr wichtig. Das bestätigt, dass ich gut recherchiert und die Ergebnisse hervorragend dargestellt habe.“ Der Beitrag von Jeremy Feller soll im nächsten Heft „Ökologische Studien“ erscheinen wie Helmut Donath ankündigt.

Ihm zufolge wurde der Bohnstedt-Preis erstmals vor 30 Jahren in Luckau verliehen. Schülerinnen und Schüler im gesamten Altkreis Luckau waren damals angesprochen. Seitdem wurde der Wettbewerb ihm zufolge „fast lückenlos fortgesetzt“. Hubert Illig vom Naturpark-Förderverein hatte ihn einst initiiert. Neben dem Förderverein des Naturparks lobt seit 2011 auch der Förderverein des Gymnasiums den Bohnstedt-Schülerpreis aus. „Wir wollen einfach noch mehr Schülerinnen und Schüler für ihre fachlich anspruchsvollen und wertvollen Beiträge würdigen“, erklärt Renate Nowotnick.

Der Namensgeber des Preises, Alexander Reinhold Bohnstedt (1839-1903), war Lehrer im Gymnasium in Luckau und hat zahlreiche naturkundliche Studien verfasst. Mehr als hundert Jahre später wandeln Schüler auf seinen Spuren.