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Bohnstedt-Preisträger geehrt

Zehn Preise und vier Belobigungen wurden in diesem Jahr beim Bohnstedt-Schülerpreis vergeben.
Zehn Preise und vier Belobigungen wurden in diesem Jahr beim Bohnstedt-Schülerpreis vergeben. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. Zum 26. Mal haben gestern Schüler des Luckauer Gymnasiums den Bohnstedt-Preis erhalten. Er ist Anerkennung für die intensive, wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema. Birgit Keilbach / bkh1 bkh1

39 Gymnasiasten hatten sich an dem traditionellen Wettbewerb beteiligt. Zehn Preisträgerinnen wurden in einer Feierstunde ausgezeichnet und vier Belobigungen ausgesprochen.

"Unserer Jury war in diesem Jahr keine Differenzierung in einen ersten, zweiten und dritten Platz möglich", sagte Dr. Hubert Illig vom Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Er hatte den Wettbewerb um den Bohnstedt-Preis für naturwissenschaftliche Arbeiten einst initiiert. "Die Vielfalt ist überraschend und die Qualität außerordentlich hoch", schätzte er ein.

Diese Tendenz habe sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet und mit dem aktuellen Jahrgang fortgesetzt. Aus den 18 eingereichten Beiträgen in dieser Kategorie nominierte der Naturpark-Förderverein drei Preisträger. Pia Antonia Schniese für ihre Arbeit zum Thema "Vredische Mathematik", die an unterschiedlichen Beispielen einschließlich Versuchen an vier Personen veranschaulicht wurde. Lisa März hatte sich mit dem Darm als verstecktes Wunder befasst. "Eine riesige Fleißarbeit, untermauert durch Besuche im medizinischen Labor Luckau und ein Arztinterview und überzeugend in der Darstellung", fasste Dr. Hubert Illig zusammen.

Melanie Schulz habe gleichfalls alle Juroren überzeugt. Ihre Nachforschungen zu den verschiedenen Wohnorten Alexander Reinhold Bohnstedts in Luckau seien ein wichtiger Beitrag für das Schularchiv, ordnete er ein. Sie habe etwas Bleibendes für die Schule erarbeiten wollen, sagte Melanie Schulz. "Dass Bohnstedt in Luckau an drei verschiedenen Wohnstätten zu Hause war, ergab sich erst während der Recherchen und mich hat schon erstaunt, wie viele Kinder er hatte", ergänzte die diesjährige Absolventin des Gymnasiums.

Für herausragende Arbeiten zu Themen der Geschichte, deutschen Sprache, Ethik und Religion, Kunst, Politik und Sport lobt der Förderverein des Gymnasiums seit 2011 den Bohnstedt-Preis aus. 21 Arbeiten von Schülern der neunten bis zwölften Klassen waren laut der Vereinsvorsitzenden Renate Nowotnick eingereicht worden.

Den Juroren fiel eine Klassifizierung schwer. Als Kriterien für die Preisvergabe seien Regionalität, Kreativität und Aktualität besonders beachtet worden, erläuterte Renate Nowotnick.

Drei Preisträger wurden unter den Neuntklässlern gekürt: Sophie Pflanze, die sich mit Burnout und der Frage, ob dies eine Modekrankheit ist, auseinandersetzte und einen Flyer zum Selbsttest entwickelte. Hannah Heinke veranschaulichte tiergestützte Pädagogik am Beispiel von zwei Schulhunden an der Grundschule in Walddrehna. Maja Mikolajek stellte sich der Frage, ob "Poetry Slam" Poesie der Moderne ist und ergänzte dies mit eigenem Text und Vorschlägen für den Unterricht. Vier Preise vergab der Schulförderverein an ehemalige Zwölftklässler. Gina-Marie Krause erhielt ihn für die antike Skulptur und deren gegenwärtige Bedeutung; Hanna Friedrich für eine Analyse von Zusammenhängen zwischen einem Luther-Choral und einer Mendelssohn-Sonate. Lena Metelka hatte sich mit der Frage befasst, ob die Kreisspartakiaden für Kinder und Jugendliche in der DDR eher Talentförderung oder Propagandaveranstaltung waren. "Im ganzen Spartakiade-System stand hier noch die Talentförderung im Vordergrund", resümierte die Luckauerin.

Dem Kampf der Frauen um den (Hand)Ball erforschte Theresa Richter. "Handball war ursprünglich ein Frauensport, der später von den Männern zurückgedrängt wurde. Darauf bin ich bei meinen Recherchen gestoßen", erzählte die Zwietowerin.

Zum Thema:
Ausdrückliche Belobigungen durch den Förderverein Niederlausitzer Landrücken erhielten für ihre naturwissenschaftlichen Arbeiten außerdem: Katharina Logisch, Sophie Reuter, Tabea Sauer und Carl Kabitz. bkh1