ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:58 Uhr

Aronia-Anbau in Brandenburg
Das kleine große Kraftpaket Aronia

Christoph Frehn baut gemeinsam mit seinem Vater Heinz-Peter seit etwa fünf Jahren Aronia an. Auf rund 120 Hektar gedeihen die Pflanzen
Christoph Frehn baut gemeinsam mit seinem Vater Heinz-Peter seit etwa fünf Jahren Aronia an. Auf rund 120 Hektar gedeihen die Pflanzen FOTO: LR / Anja Brautschek
Schöneiche. Der Bio-Obsthof Frehn macht die Aronia-Beere in Brandenburg erfolgreich. Von Anja Brautschek

Die violette, erbsengroße Aroniabeere wirkt im Garten neben leuchtenden Himbeeren, Erdbeeren und Sanddorn fast schon  unscheinbar. Dabei ist die Frucht eine richtige Kraftbeere. In der Vergangenheit beinahe vergessen, erlebt Aronia seit einigen Jahren auch in der Region wieder einen Aufschwung - dank des Bio-Obsthofes Frehn in Schöneiche.

Aronia sorgt in Gerichten durch ihren herb-süßen Geschmack nicht nur für ein einzigartiges Aroma, sondern steckt auch voller wertvoller Inhaltsstoffe. Zwar haben auch andere dunkle Früchte wie Trauben und Blaubeeren diese gesundheitsfördernden Eigenschaften. Doch Aroniabeeren weisen eine besonders hohe Konzentration von Vitaminen und Mineralien auf. Vor allem naturbelassene Produkte wie Säfte und getrocknete Beeren werden deshalb in der Gastronomie und der heimischen Küche geschätzt.

Christoph Frehn, Geschäftsführer des Bio-Obsthofes Frehn in Schöneiche, bringt die Aronia in Brandenburg groß raus. Denn bei ihm gedeihen zahllose Aronia-Pflanzen. Über einen befreundeten Landwirt aus Sachsen ist er auf die Frucht gekommen. „Da war Aronia noch ein Nischenobst hier in der Region. Er hat uns vieles über die Besonderheiten der Pflanze erklärt“, sagt Christoph Frehn.

Vor etwa fünf Jahren baute die Familie die ersten Pflanzen auf nur wenigen Hektar an. Vater Heinz-Peter Frehn und Sohn Christoph wollten damit neue Wege gehen und die Produktpalette des Betriebes weiter ausweiten. Heute nimmt die Aronia mit rund 120 Hektar den Großteil der Obst-Flächen ein. Neben der Aronia wachsen dort auch Sanddorn und Johannisbeeren.

Auf dem sandigen Boden der Gemeinde Steinreich wachsen die Pflanzen dicht und kräftig. Aronia ist sehr genügsam und mag es sonnig, aber nicht zu nass. Die Qualität der Früchte wird ähnlich wie beim Wein nach dem Zuckergehalt, also in Grad Oechsle, bemessen.

Die geernteten Früchte werden exklusiv an das sächsische Unternehmen „Aronia Original“ geliefert und dort unter anderem zu Säften, Beerenpulver oder Konfitüre verarbeitet.

Die Familie Frehn legt deshalb einen großen Wert auf gute Qualität. Ihre Pflanzen werden ausschließlich ökologisch angebaut. Um die Pflanzen mit notwendigen Mineralstoffen zu versorgen, wird so viel wie möglich aus der Natur genutzt. „Auf unserem Hof verwenden wir alles weiter“, erklärt der 31-Jährige. Strauchwerk vom Verschnitt wird zu Kompost weiterverarbeitet. Selbst der Grasschnitt zwischen den Pflanzenreihen wird unter den Boden gehoben, damit die Pflanzen so auf natürliche Art mit Nährstoffen versorgt werden.

Derzeit stellt der Betrieb außerdem auf Demeter, also bio-dynamischen Anbau, um. „Für mich ist das nur ein logischer Schritt, um die Qualität weiter zu verbessern“, sagt Christoph Frehn.

Die Früchte der Aronia sind bereits angesetzt. Ab August werden die reifen Beeren geerntet.
Die Früchte der Aronia sind bereits angesetzt. Ab August werden die reifen Beeren geerntet. FOTO: LR / Anja Brautschek