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Geschäftswelt
Events und Online-Service

Luckau. Luckauer Händler suchen nach neuen Wegen zur Belebung der Altstadt-Läden.

 Die Altstadthändler kämpfen ums Überleben. Etwa 20 Geschäfte in Luckau stehen bereits leer. Der bürgeroffene Gewerbeverein „Wir sind Luckau“ hat deshalb auf seine Agenda ganz nach oben gesetzt, die Innenstadt zu beleben. Ein Weg sind attraktive Events, die Besuchern Lust auf Luckau machen. Der Maxi-Herbstmix in Verbindung mit dem Oldtimer- und Teilemarkt sowie die erstmalig vom Verein mit den Wirten organisierte Altstadtnacht seien ein Erfolg gewesen, so die Bilanz bei einer Zusammenkunft des Vereins. 2018 wird es deshalb Neuauflagen geben.

„Ich erwarte an solchen Tagen nicht die Riesenumsätze. Es geht doch darum, den Leuten zu zeigen, was es in Luckau alles gibt“, sagt Geschäftsfrau Sieglinde Quoos. „Wenn drei, vier neue Kunden gewonnen werden, summiert sich das auch“, fügt sie an. Kolleginnen aus den Nachbargeschäften sehen das ähnlich. „Der Hauptstraße fehlt die Laufkundschaft“, benennt Melitta Werner ein Problem. Aktionen seien ein Weg, Interesse zu wecken. Die Inhaberin des Geschäftes Optik-Kolless hat den Herbstmix genutzt, um ihr neues Optik-Mobil zu präsentieren und will das beim Weihnachtsmarkt widerholen. Mit dem Laden auf  Rädern tourt sie zu älteren Kunden in den Dörfern. „Das läuft schon gut an“, verzeichnet sie.

Offen bleibt, ob sich der Verein für das Maibaum-Aufstellen im nächsten Jahr wieder engagieren wird. Für die Händler bringe das keinen großen Effekt. Und verfehlt worden sei das Ziel, unter den Handwerkern neue Vereinsmitglieder zu gewinnen, so Vorstandsmitglied Jutta Dzielak. Gemeinsam stark sein, dafür zähle jeder Mitstreiter, erklärt sie.

„Wir haben so eine tolle Altstadt, wir müssen aus Luckau wieder mehr machen“, fordert Ursula Wieczorek. Thomas Schäfer, Leiter des Bürgeramtes im Rathaus, stimmt der Boutiquebetreiberin zu. Die Landesgartenschau 2000 habe Luckau einen enormen Schub versetzt. „Doch danach hat sich die Stadt zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht“, sagt er.

Im Stadtmarketing führe kein Weg am Internet, an den sozialen Medien vorbei, so der Amtsleiter. Wirkung zeige beispielsweise, dass Luckau sich mehrsprachig auf Facebook präsentiert. „Wir hatten schon User bis nach Australien“, erzählt er. Häufig angeklickt werde zudem der Imagefilm, den Jutta Dzielak über Luckau gedreht hat.

Mag das Netz für den Tourismus ein Segen sein, so empfinden es kleine Händler mit Blick auf Amazon und Co. auch als Fluch. Thomas Schäfer verweist auf Luckaus geringe Arbeitslosenquote. „Das heißt aber, dass viele Leute lange arbeiten oder pendeln. Sie wollen Einkäufe rund um die Uhr bestellen können. An diesem Punkt müssen wir ansetzen“, schlägt er vor.

Vereinsvorsitzender Karsten Köhler berichtet von einem Modellprojekt der TH Wildau mit einem Spediteur zum Online-Handel, das seit Juli in Potsdam läuft. Der Verein will die Macher einladen, über Erfahrungen zu berichten.  Einkauf per Klick in Luckau? Einen Versuch sei es wert, so der Vereinschef.

Wie auch immer, wird es für Interessierte weiter reichlich Gelegenheit geben, sich einzubringen. Tino Wolff von der Landesgartenschau-Gesellschaft blickt schon voraus auf 2019, wenn die Niederlausitzer Leistungsschau ihr 25-jähriges Jubiläum begeht. „Dafür werden bereits Ideen gesammelt, und vielleicht haben einheimische Gewerbetreibende, die lange nicht mehr dabei waren, Lust, wieder einmal auszustellen“, lädt er ein.

Willkommen sind neue Gesichter auch in der Ideen-Spinnstube immer mittwochs um 8.30 Uhr im Gardinengeschäft von Kerstin Treptow am Markt, sagt Jutta Dzielak.