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| 18:36 Uhr

Stabwechsel
Berliner führen Dahmer Seminar

 Stefanie Claudia Jüngerkes leitet neben zwei Häusern in Berlin nun auch das Dahmer Seminar.
Stefanie Claudia Jüngerkes leitet neben zwei Häusern in Berlin nun auch das Dahmer Seminar. FOTO: LR / Carmen Berg
Kirchenmusik bleibt Schwerpunkt. Doch Betreiber offen für neue Gästegruppen.

Berliner kümmern sich jetzt um das Seminar für kirchlichen Dienst. Das hat sich nach dem Abschied von Nils und Katharina Friedrich schnell herumgesprochen. Knapp zehn Jahre haben die Eheleute das Haus mit rund 6000 Gästen jährlich geleitet. Zum 1. Februar übernahm die evangelische Bildungsstätte HOSPES Evangelisch-Tagen GmbH aus Berlin den Staffelstab. Die Neuen sind in Sachen Beherbergung vom Fach. Die Gesellschaft betreibt in Berlin ein Drei-Sterne-Tagungshotel nahe der Friedrichstraße sowie eine Bildungsstätte auf Schwanenwerder.

Stefanie Claudia Jüngerkes ist seit elf Jahren Geschäftsführerin für beide Berliner Häuser und nun auch für das Seminar. Die verheiratete Mutter zweier Söhne ist ausgebildete Gastronomin und hat Kulturmanagement studiert. Zu Hause ist sie mit ihrer Familie in Klein Machnow.

Dahme habe sie vor zwei Jahren kennengelernt, erinnert sich Stefanie Jüngerkes. Damals sei sie von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz (EKBO) auf das Seminar angesprochen geworden, als sich der Abschied der Friedrichs ankündigte. Wie sie einräumt, gab es Vorbehalte, ob die Häuser der HOSPES in Berlin und die Dahmer Einrichtung  zusammenpassen würden. Doch was sie sah, gefiel der Fachfrau.

Das Gebäudeensemble rund um die Marienkirche samt idyllischem Garten sei einladend und in gutem Zustand, der Heinrich-Schütz-Saal als Konzertstätte habe eine sehr gute Akustik. In den Zwei- und Dreibett-Zimmern mit Duschen ließen sich Gruppen von 50, 60 Leuten gut unterbringen. Zu den Vorzügen, die die Geschäftsführerin aufzählt, gehören weiterhin mehrere Tagungsräume und ein Restaurant.

Das Seminar für kirchlichen Dienst hat eine 800-jährige Geschichte. Heute ist es Rüstzeitenheim, ein Ort der Fortbildung sowie Probenstätte für Chöre und Musiker aus ganz Deutschland. Menschen aller Altersgruppen kommen hier zu kirchlichen Singwochen zusammen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene treffen sich zu Freizeiten.

Das Profil wollen die neuen Betreiber beibehalten und weiterentwickeln. Flexibilität garantiere ein Team von knapp 50 Mitarbeitern der HOSPES, in das  die drei Beschäftigten des Seminars übernommen wurden, sagt Stefanie Jüngerkes.

Sie habe selbst schon Gruppen in Dahme betreut. „Ich mag die Stadt mit ihrer Ruhe und den kurzen Wegen“, erzählt sie. Die Kirchenmusik bleibe Schwerpunkt. Daneben will das Seminar offen sein für Gruppen aller Art. Auch Familienfeiern seien denkbar. „Nicht realisieren können wir einen Hotelbetrieb für Einzelreisende“, nennt Stefanie Jüngerkes die einzige Einschränkung.

Sie will das Haus fest in der Stadt verankern. Ihr sei wichtig, sich mit anderen Anbietern zu vernetzen, darunter Hofbetreiber, die die Speisekarte mit regionalen Produkten bereichern. „Das Seminar soll ein lebendiger Ort zum Arbeiten, Bilden, Musizieren, zum Sich-Wohlfühlen sein“, so die Chefin.

Am Sonntag, 26. Mai, können sich Interessierte bei einem Tag der offenen Tür mit Führungen, Gegrilltem und Spielen für die Kinder ein Bild davon machen. Nachmittags singt in der Marienkirche der Cantemus-Chor.