Nach Angaben des mit dem Fall betrauten Rechtsanwalts Hubertus Bartelheimer von der Kanzlei Junker und Kollegen ist dem Amtsgericht Cottbus vorgeschlagen worden, ein Insolvenzverfahren abzulehnen. „Die Ermittlungen haben ergeben, dass die Verfahrenskosten aus dem Vermögen nicht darstellbar sind. Wir empfehlen eine Abweisung mangels Masse“ , sagte Bartelheimer. Das letzte Wort habe jedoch der Richter. Das Gutachten sei dem Gericht bereits zugegangen. „Ich rechne mit einer Entscheidung in der nächsten Woche“ , so Bartelheimer. Das Stammkapital der TP in Höhe von 25 000 Euro sei aufgebraucht. Der Bargeldbestand sei „sehr gering“ , erklärte der Jurist. TP-Geschäftsführerin Brigitte Neumann werde zur Liquidatorin der GmbH ernannt.
Damit dürften auch die vier Inhaber der Motorsport- und Tourismuspro jektentwicklungsgesellschaft (MTP) leer ausgehen. MTP mit Sitz in Gehren ist neben der Gemeinde Heideblick (51 Prozent Anteile) zweiter Gesellschafter der TP und hatte 12 250 Euro Stammkapital (49 Prozent) eingebracht. Nach früheren Angaben von MTP-Prokurist Dieter Cebulla aus Hörlitz (Oberspreewald-Lausitz) wollte seine Firma zum Jahresende aus der Waldbühnen-Betreibergesellschaft TP aussteigen (die RUNDSCHAU berichtete).
Wie aus dem jetzt vorliegenden Beteiligungsbericht der Gemeinde Heideblick hervorgeht, war TP seit der Gründung in roten Zahlen. Demnach beliefen sich die Verbindlichkeiten (Kredite) am Ende des ersten Jahres auf über 43 000 Euro (31. Dezember 2003), ein Jahr später waren es rund 28 000 Euro. Am 31. Juli 2005 betrug der Schuldenberg laut Bericht 24 500 Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für alle Jahre nur Minusbeträge aus - es wurde also durchgängig mehr Geld ausgegeben als eingenommen. So ist das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2003“ ein Fehlbetrag von über 13 000 Euro, 2004 hat der Waldbühnen-Betreiber TP laut Beteiligungsbericht ein Minus von 31 700 Euro eingefahren. In diesem Jahr kommt TP laut „betriebswirtschaftlicher Auswertung“ zum 31. Juli 2005 auf einen Fehlbetrag von knapp 3300 Euro.
Zugleich muss Heideblick-Bürgermeister Bodo Lott (parteilos) in dem Beteiligungsbericht einräumen, dass nie ein Wirtschaftsprüfer die Jahresabschlüsse der TP GmbH begutachtet hat. „Das ist eine rein finanzielle Geschichte“ , so Lott gegenüber der RUNDSCHAU. Es habe einfach das Geld gefehlt, einen Wirtschaftsprüfer zu beauftragen.
Die bisherige TP-Geschäftsführerin Brigitte Neumann, sie ist zugleich Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, will sich nicht zum Beteiligungsbericht äußern. Sie hatte den Chefposten erst im vergangenen Jahr von Horst Broddack übernommen. Der Luckauer war zum 3. Dezember 2004 aus der GmbH ausgeschieden, weil er sich nach früheren eigenen Angaben mit dem Gesellschafter Heideblick überworfen hatte.
Die TP GmbH hatte am 30. August 2005 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Seitdem wird das Waldbühnengeschäft direkt von der Gemeindeverwaltung gesteuert. Das ist nach Ansicht von Insolvenz-Anwalt Hubertus Bartelheimer auch das Modell, dem er die besten Erfolgschancen einräumt. Heideblick ist Pächter der privaten Waldbühne.

Zum Thema Weiter Veranstaltungen
 Ungeachtet der finanziellen Schwierigkeiten gibt es nach Angaben von Brigitte Neumann weiter Veranstaltungen auf der Waldbühne Gehren.
Am 30. Oktober beginnt um 17 Uhr eine Kinder-Halloween-Party.
„Der große Heinz-Erhardt-Nachmittag“ findet am 6. November ab 15 Uhr in der Gaststätte der Waldbühne Gehren statt.