Von Carmen Berg

Der Wohnblock an der Käthe-Kollwitz-Straße 8 wird nicht saniert. Vor dem Hauptausschuss in dieser Woche hat Bärbel Kohlstock, Geschäftsführerin der Luckauer Wohnungsbau und -verwaltungs GmbH, das endgültige Aus für das Bauvorhaben verkündet.

Bei vorbereitenden Arbeiten waren, wie berichtet, erhebliche Mängel an der Standsicherheit des Gebäudes festgestellt worden. Um das Vorhaben zu retten, wären laut Bärbel Kohlstock „umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen“ erforderlich.

Detaillierte Untersuchungen dazu hätten einen Mehraufwand ergeben, der „wirtschaftlich nicht vertretbar und über die Mieten nicht wieder hereinzuholen“ sei, so die Geschäftsführerin.  Eine genaue Summe nannte sie vor dem Ausschuss nicht.

Kollwitz-Block in Luckau sollte zweite Chance erhalten

Der Block mit vormals 28 Wohnungen in vier Aufgängen ist der letzte des ehemaligen VEB Bau in der Gartenstadt. „Obwohl erst 1988 fertig geworden, war die Substanz viel schlechter als in den Blöcken aus den 1970er Jahren“, so Bärbel Kohlstock. Ursprünglich für den Abriss vorgesehen, bekam er wegen seiner günstigen Lage in der Nähe zum Zentrum, zu Schulen, Märkten und Krankenhaus eine zweite Chance.

Aus den 28 Wohnungen in vier Aufgängen sollen nach Um- und teilweisen Rückbauten 18 moderne Drei- und Zweiraumwohnungen in zwei Aufgängen mit Balkonen, Fußbodenheizung und Aufzügen werden. Die Investitionskosten gab die Wohnungsbau und -verwaltungsgesellschaft bis dahin mit rund vier Millionen Euro an, die sie ohne Förderhilfe stemmen wollte.

Böses Erwachen nach Baustart beim Kollwitz-Block in Luckau

Dem Baustart Ende vergangenen Jahres folgte das böse Erwachen und ließ den Traum vom modernen Wohnen in der „Platte“ schon bald zum Albtraum werden. Bei den Abrissarbeiten für die Neuerrichtung des Treppenhauses einschließlich Aufzug habe sich herausgestellt, dass „die Bauausführung zu DDR-Zeiten nicht entsprechend der Planungsunterlagen erfolgt“ sei, so Bärbel Kohlstock.

Es wurden „teilweise keine Ringankerstäbe eingebaut, und die geplante Deckenbewehrung ist nicht oder nur teilweise vorhanden“. Umfangreiche Stabilisierungsarbeiten an allen Decken und an Wänden würden nötig. Die Gesellschaft zog die Reißleine.

Geprüft werde, ob für den Pfusch von einst noch jemand rechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann, so Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) auf Abgeordnetenanfragen. Die Stadt Luckau ist mit 80 Prozent Hauptgesellschafter der der Wohnungsbau und -verwaltungs GmbH. Solange ein mögliches Beweismittelverfahren im Raum stehe, wird der Block nicht abgerissen. „Ist er einmal platt, sind die Beweise weg“, so der Bürgermeister.

Zum Schutz gegen unbefugte Eindringlinge bleibt der Bauzaun stehen. Zugänge würden zugemauert oder abgedichtet, so Bärbel Kohlstock.

Dass es für den Block so kommen musste, empfinde sie als „persönliche Niederlage, auch wenn ich nichts dafür kann. Die Wohnungen hätten Luckau gut zu Gesicht gestanden“, sagte sie gegenüber der RUNDSCHAU. Ob das Geld, das für den Block jetzt nicht zum Einsatz kommt, womöglich für andere Wohnungsvorhaben in Luckau verwendet werden kann, ist offen. Die RUNDSCHAU bleibt dran.