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Berühmter Maler vor 135 Jahren in Dahme geboren

Dahme.. Am 10. Januar des Jahres 1872 wird in Dahme, in der Neustadt 9, ein Junge geboren, der später zu einem bedeutenden Maler werden wird. Sein Name: Wilhelm Schulze-Rose. Günter Wagenknecht

Dabei ist er offenbar in Dahme, seiner Heimatstadt, und deren Umgebung völlig unbekannt, denn Nachfragen unter Trägern seines Zweitnamens blieben ergebnislos.
Doch das kann nicht immer so gewesen sein, denn zu seinem 70. Geburtstag, also am l0. Januar 1942, erschien im Dahmer Öffentlichen Anzeiger ein 75 Zeilen umfassender Artikel mit der Überschrift „Berühmter Maler vor 70 Jahren in Dahme geboren - Wilhelm Schulze-Rose begeht seinen Ehrentag“ (unterzeichnet von Paul Hencke). Die Länge des Artikels ist bei der im dritten Kriegsjahr bereits herrschenden Papierknappheit schon bemerkenswert. Wir haben für den heutigen Artikel mit Absicht die gleiche Überschrift gewählt, nur aktualisiert.

Forschergruppe gegründet
Wir, das ist eine (noch) kleine Gruppe Heimatforscher, die ihren zentralen Punkt im Heimatmuseum Dahme hat, denn zusammenzutragen und zu erforschen gibt es über Wilhelm Schulze-Rose noch viel.
Geboren in Dahme, besuchte er von 1891 bis 1896 die Kunstakademien in Königsberg und Dresden. Er muss demnach aus einem relativ bemittelten Elternhaus stammen. Es folgten Aufenthalte in München, Leipzig, Dessau und Berlin sowie zwischendurch Studienreisen nach Norwegen, Schweden und Holland.
Nach 1908 gründete er die Künstlerorganisation „Leipziger Sezession“ . Er wurde bekannt als „Bauernmaler“ und war auch der Gründer der deutschlandweit agierenden Vereinigung „Landbund bildender Künstler“ . Ab dem Jahr 1923 wohnte er auf dem Gut Lomnitz (südlich von Görlitz, jetzt Polen), das seinem Schwiegersohn gehörte. Dabei verbrachte er schon seit 1916 die Sommermonate in Gehren bei Luckau.
„Jahrelang malt er in der Mark Brandenburg, besonders in der Gegend um den Fläming, nach Jüterbog zu.“ So steht es In einer zu seinem 125. Geburtstag herausgegebenen Biographie. Er muss dabei auch Dahme berührt haben, denn überfliegen konnte er seine Geburtsstadt nicht.

Zeitzeugnisse willkommen
Aber zu seinem Aufenthalt in Gehren: Sollte es dort noch Erinnerungen an Wilhelm Schulze-Rose geben, seien sie materieller oder ideeller Art, so sind sie uns sehr willkommen. Bitte melden im Heimatmuseum Dahme, Telefon 35451/4 93.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit den Einmarsch der Sowjetarmee sowie einige Monate später die Vertreibung durch polnisches Militär mit allen daran hängenden Schrecknissen musste Schulze-Rose in Lomnitz durchleben. Wie alle damals Vertriebenen kam er bettelarm über die Neiße und wohnte zunächst in Kirschau. Später fand er Aufnahme im katholischen Altersheim Schirgiswalde. Hier verstarb er auch am 27. Januar 1950, weshalb er auf dem dortigen katholischen Friedhof beerdigt ist. Im Heimatmuseum Schirgiswalde wird sein Andenken bewahrt. Auch seine Grabstätte wird gepflegt. Dem dortigen Museum verdanken wir einen Großteil der hier weitergegebenen Informationen. Ziel dieses Beitrages ist es, Wilhelm Schulze-Rose der Vergessenheit zu entreißen. Er sollte aber auch ein Beginn sein für weitere Forschungen.