„Unsere Kameraden arbeiten alle ehrenamtlich und erhalten kein Geld für ihre Einsätze“ , erklärt Bernd Wienig. Auf die Aktiven sei jederzeit Verlass. Der Luckauer Stadtbrandmeister wehrt sich gegen Äußerungen von Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) während einer Diskussion im vergangenen Jahr. Der hatte erklärt, Luckauer Feuerwehrleute würden für ihr Ehrenamt bezahlt. „Es gibt schon Wehren, die für die Einsätze Geld zahlen“ , so Wienig. Beispielsweise in Golßen, Lübben oder Zeuthen - im Norden des LDS-Kreises - würden die Leistungen honoriert. „Aber nicht in Luckau.“

Kameraden schnell vor Ort
Aus Wienigs Sicht wäre das auch ungerecht. Feuerwehrmitglieder, die in der Nähe des Gerätehauses wohnten oder Arbeitslose, die über viel freie Zeit verfügten, würden damit bevorteilt, sagt Wienig zur Begründung. Sie wären immer schneller vor Ort, als andere, die ihren Arbeitsplatz verlassen müssten, um zum Einsatz zu eilen. „Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Firmen, die ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit für die Wehr freistellen, entschädigt werden“ , so Wienig. Der Regelsatz für den Verdienstausfall würde zehn Euro betragen, im Höchstfall würden 16 Euro für maximal zehn Stunden pro Tag gezahlt. „Ich bin froh, dass die wenigsten Firmen diese Zahlung einfordern.“ Er ist überzeugt davon, dass stattdessen in die Ausrüstung der Feuerwehr und Schutzbekleidung investierte werden solle.

128 Alarmierungen im Jahr 2007
Per Satzung sei lediglich geregelt, dass Führungskräfte wie der Ortsbrandmeister, sein Stellvertreter, Jugend- und oder der Gerätewart eine Aufwandsentschädigung erhielten. „Die wird monatlich und funktionsbezogen gezahlt und hat nichts mit den Einsätzen zu tun.“
Durchschnittlich sei das Jahr 2007 aus Sicht der Luckauer Feuerwehr gewesen, erklärt Bernd Wienig gegenüber der RUNDSCHAU. Wie er sagt, seien die Wehren insgesamt 128 mal alarmiert worden. „Insgesamt 460 Einsatzkräfte waren dabei unterwegs“ , erklärt er, „287 weniger als im Jahr zuvor.“ Auch mit 30 Bränden im Jahr 2007 sei die Anzahl rückläufig gewesen, obwohl es die Einsätze in Langengrassau in sich hatten, wie er sagt. Die Luckauer leisteten Hilfestellung, als das Tiergehege und wenig später das Getreidefeld abfackelten.
Auch das Sturmtief Kyrill habe den Kameraden sehr zugesetzt, die an mehreren Tagen hintereinander zur Beseitigung der Sturmschäden ausrücken mussten. „Das war so akut, dass wir die Alarmierungen nicht mehr über die Leitstelle erhielten, sondern die Einsätze in der Verwaltung vor Ort per Telefon entgegennahmen.“
Der Ausbildung der Kameraden zollt er Lob. Wie Wienig sagt, hätte es in Luckau bei den Alarmierungen keine größeren Probleme gegeben. „In den Ortsteilen allerdings wird es eng, um jeweils einen Löschtrupp von acht Männern zusammenzubekommen.“

Hintergrund Zum Thema
 Zur Stützpunktwehr Luckau gehören laut Bernd Wienig insgesamt 23 Ortsfeuerwehren an. 598 Mitglieder im Alter von 16 bis 65 Jahren sind aktiv, davon 118 Frauen. Die Jugendfeuerwehren (Acht bis 17 Jahre) haben 90 Mitgliederm, davon sind 28 Mädchen. In der Alters- und Ehrenabteilung (ab 65 Jahre) sind 194 Mitglieder gemeldet.