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| 01:06 Uhr

Bereitschaft in netter Runde

Luckau.. Neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Luckau waren zum Jahreswechsel in Bereitschaft. Bei einem Feuer oder etwa Blitzeis auf der Autobahn hätten sie ausrücken müssen. Aber es blieb alles ruhig. Von Gabriele Bernhardt

„Die Kameraden waren bis nach Mitternacht bei ihren Familien und dann haben wir uns um 0.30 Uhr im Gerätehaus getroffen“ , so Wehrführer Hans-Georg Schaper. Aber keine Silvesterrakete hatte Müll angezündet, keine Papiertonne brannte und kein größerer Unfall machte das nächtliche Ausrücken der Freiwilligen nötig.
„Es war ein ruhiger Jahresbeginn. Genauso wie das Jahr 2004 aufhörte“ , erklärt er. Im Vorjahr mussten die Kameraden nur zu insgesamt neun größeren Unfällen ausrücken. „In den Jahren davor waren es immer um die 40“ , erinnert er sich. Das Berufsbild der Freiwilligen Feuerwehrleute hat sich doch deutlich gewandelt. Waren die Kameraden vor der Wende hauptsächlich zum Löschen von Bränden gerufen worden, nahmen danach Verkehrsunfälle einen Hauptteil ihrer Arbeit ein. Die Freiwilligen wurden nicht nur gerufen, wenn die Rettungskräfte Schwierigkeiten mit in Autos eingeklemmten Personen hatten, wenn Wald oder Ödland brannte, sondern auch wenn ein Fahrzeug auf der Autobahn oder Bundesstraßen zum Beispiel Öl verloren hatte.

Nicht zu jedem Ölfleck ausrücken
„Das ist jetzt zum Glück neu geregelt“ , so Schaper weiter. Nur zu zwei Ölhavarien bei größeren Unfällen wurde alarmiert. Den Rest erledigten zwei private Firmen im Landkreis, die für solche Aufräumaktionen verpflichtet werden konnten. „Für uns ist das gut so, weil unsere Mitglieder nicht wegen jeder Kleinigkeit alarmiert werden und von ihrer Arbeit wegrennen müssen.“ Froh ist er, dass etliche Luckauer Unternehmer es ihren Mitarbeitern ermöglichen, aktiv in der Wehr zu arbeiten und während der Arbeitszeit auch zu Einsätzen fahren zu können. „Bei Dachdeckermeister Ernst sind es zum Beispiel immer gleich drei Wehrmitglieder. Hat seine oder eine andere Luckauer Firma zum Beispiel in Berlin einen Auftrag, wird es für uns in Luckau ziemlich eng.“

51 Löscheinsätze im Vorjahr
Zu insgesamt 51 Brandeinsätzen rückte die Wehr 2004 aus, das ist gegenüber den Vorjahren wieder eine Steigerung. Dabei musste sie auch zu zwei Großbränden - so in der Milchviehanlage von Görlsdorf und zu einem Wohnungsbrand in Duben. Sieben Mal wurden sie zu Unfällen mit eingeklemmten Personen und zu zwei weiteren Unfällen alarmiert. „Zugenommen hat auch der Einsatz bei Personen in Notfällen“ , erklärt der Wehrleiter. Wenn Bürger über mehrere Tage von ihren Nachbarn oder Bekannten nicht gesehen werden, ist die Wehr noch immer schneller vor Ort als der Schlüsseldienst, betont er. Dazu kamen sieben Einsätze, wo Feuer bereits schon gelöscht oder befreundete Wehren schon bei der Arbeit waren. „Es ist aber besser, die Leute in solchen Fällen wieder nach Hause zuschicken, als wenn die Kräfte am Brandort nicht ausreichen“ , betont der Wehrleiter.
Neu ist seit Mai vergangenen Jahres auch, dass Alarm von Brandmeldern, die kein Feuer signalisieren, sondern einfach defekt sind, vom Auftraggeber bezahlt werden müssen. Das regelt das Gesetz zur Neuordnung des Brand- und Katastrophenschutzrechts im Land. „Auch die Tierrettung ist jetzt zu bezahlen.“ Schaper ist sowieso sicher, dass jede Katze auf einem Baum auch von allein wieder herunterkommt. Dazu brauche man keinen Feuerwehreinsatz, auch wenn die Mieze noch so laut lamentiert. „Alle anderen Leistungen der Feuerwehr sind für den Bürger kostenfrei, es sei denn, sie wurden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt.“
Fürs neue Jahr ist die Wehr wieder gut gewappnet. „Durch unsere regelmäßigen Schulungen und Qualifizierungen sind alle auf dem neuesten Wissenstand.“ Bedauerlich sei allerdings, dass junge Kameraden wegen ihres Arbeitsplatzes häufig die Region verlassen. „Auf die Dauer wird es für die Älteren dann schwierig“ , befürchtet Schaper.

Zum Thema Jahresversammlung
 Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Luckau findet am 24. Januar um 19 Uhr im Feuerwehrgebäude am Zaackoer Weg 47 statt. Auf der Tagesordnung stehen der Rechenschaftsbericht der Wehrleitung, des Jugendwartes sowie Beförderungen und Auszeichnungen von Mitgliedern der Wehr.